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Indiegames: Shooter-Games zum Nulltarif

Web 2.0 und so...

Nachdem der letzte Teil über Indiegames großen Anklang fand, bekommt Ihr jetzt von unserem Kolumnisten mo. einen satten Nachschlag.
Geschrieben am
Fortsetzung von Teil 1. Nachdem der letzte Teil über Indiegames großen Anklang fand, bekommt Ihr jetzt einen satten Nachschlag. Auch dieses Mal heben sich die Spiele durch clevere Ideen und ein äußert süchtig-machendes Gameplay von der Masse ab. Hm, der Schwerpunkt liegt dieses Mal auf Shooter-Games.

White Butterfly - Ausgebufftes Waffenarsenal
 
White Butterfly ist ein Meisterwerk. Punkt. Damit ist im Prinzip schon alles gesagt. Ein Meisterwerk von Shooter-Game. Grafik und Sound kommen reduziert daher und trotzdem gestaltet sich dieses Indiegame abwechslungsreich und stimmungsvoll. White Butterfly fällt relativ anspruchsvoll aus und stellt den Spieler auf den Prüfstand. Dahingegen stimuliert die Vielfalt unterschiedlicher Waffen und Spielvarianten immer wieder die Motivation, erneut auf Gegner loszugehen und sie zu besiegen.

Mit anderen Worten: White Butterfly bietet stundenlangen Spielspaß zum Nulltarif. Besonders einfallsreich war der Entwickler Linley Henzell bei der Gestaltung der unterschiedlichen Waffen- und Kanonensysteme: Zu Beginn des Spiels sucht man sich ein Raumschiff unter vielen aus. Jedes kommt mit einem grundsätzlich anderen Waffensystem daher. Insgesamt ist jedes Schiff mit drei Waffen ausgerüstet, die sich vorzüglich gegenseitig ergänzen.



An genau dieser Stelle ist besonders viel Fantasie am Werk gewesen, denn neben der obligatorischen Schnellfeuerwaffe und dem Superschuss stapelt man im Waffenarsenal Dronen, die automatisch Gegner ansteuern, halb-automatische Systeme, statische Beams, Sprenkelschüsse und dergleichen mehr. Es würde zu weit gehen, diese im Einzelnen zu beschreiben. Probiert die Waffen selbst aus, denn sie bieten sehr viel kurzweiligen Spaß und sind intuitiv zu verstehen.

White Butterfly ist übrigens nicht der erste Shooter, den Linley Henzell geschrieben hat. Sozusagen "warmgeschossen" hat sich der Australier schon mit unzählig anderen Spielen dieses Genres. Die Erfahrung des Entwicklers spürt man daher bei White Butterfly deutlich. Geschichtsinteressierte betreiben ihre Archäologie zum Beispiel auf dieser Webseite, auf der man Links zu den älteren Spielen von Henzell findet.

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Nanosmiles: Kampf gegen Mikroorganismen

Auch Nanosmiles ist dem Genre der Shooter-Games zuzuordnen, auch wenn es hier etwas - sagen wir - indirekt zur Sache geht. Bei diesem biologisch angehauchten Spiel bekämpft man Mikro- und Makroorganismen. Auch Nanosmiles besitzt ein ausgeklügeltes Waffensystem, welches so ganz anders ist als alles was man kennt. Denn die Spielfigur selbst kann nicht schießen, sondern ist vollständig von seinen "passiven Dronen" abhängig.

Diese schweben im biologischen Kosmos umher. Aktiviert man die Dronen durch "Einsammeln", beginnen sie selbstständig und automatisch auf Gegner zu schießen. Den Fokus, also das Ziel der Attacken, kann der Spieler selbst bestimmen. Sollte eine der Dronen von einem gegnerischen Schuss getroffen werden, deaktiviert sie sich wieder und schwimmt in der Brühe, bis sie erneut vom Spieler aktiviert wird. Ein durchaus spannendes Gameplay.



Hat man den Dreh einmal raus, so macht einen das Spielgeschehen ordentlich süchtig. Leider verfügt Nanosmiles nicht über allzu viele Levels. So spielt man das Indiegame in zwei bis drei Stunden durch. Ach so, noch ein Schmankerl: Der Soundtrack von Nanosmiles wurde auf dem Netlabel "Pause Music" unter einer freien Lizenz veröffentlicht. Fröhlicher Download!

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Glum Buster - Auf den Spuren von Leisure Suit Larry

Nur noch entfernt mit einem Shooter zu tun, hat das frisch erschienene game Glum Buster. Glum Buster ist ein unbeschreiblicher Mix aus unterschiedlichen Genres, am ehesten noch zu umschreiben mit "Abenteuerspiel" im Sinne alter Sierra-Games wie "Leisure Suit Larry" oder "King's Quest". Denn obwohl auch hin und wieder auf Gegner geschossen wird, ist die Hauptaufgabe in diesem Spiel, die Landschaft zu erkunden und Rätsel zu lösen.



Der Entwickler des Spiels, Justin Leingang, arbeitete fast vier Jahre an seinem Hobbyprojekt. Einen Großteil seiner Inspiration stammt nach eigenen Angaben aus "Tagträumen, die so dick wie Mauersteine waren". Das poetische Werk überzeugt durch einen komplexen Handlungsstrang: In fast jedem Bildschirm lernt man Neues bei der Steuerung. Doch anstatt zu nerven und einen zum Lernen zu nötigen, überwiegt die Freude und Rätselhaftigkeit der neuen Funktionen. Das Spiel bleibt poetisch und geheimnisvoll. Am besten runterladen und ausprobieren!



Moritz "mo." Sauer ist Musikliebhaber und Internet-Addict mit Herz und Seele. Als freier Journalist und Buchautor betreut der Kölner sein eigenes Netzkultur-MP3-Magazin Phlow. Für intro.de berichtet mo. regelmäßig über neue Web-Trends. Die gesammelten Kolumnen von mo. findet ihr unter
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