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Skandalös

Tommy Hilfiger

Ein etwas irritierendes Zitat machte Ende letzten Jahres die Runde: »Hätte ich gewusst, dass meine Mode von Afroamerikanern, Südamerikanern, Juden und Asiaten gekauft wird, hätte ich sie nicht so schön entworfen. Ich wünschte, diese Leute würden nicht meine Kleidung kaufen, ist sie doch für die bess
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Ein etwas irritierendes Zitat machte Ende letzten Jahres die Runde: »Hätte ich gewusst, dass meine Mode von Afroamerikanern, Südamerikanern, Juden und Asiaten gekauft wird, hätte ich sie nicht so schön entworfen. Ich wünschte, diese Leute würden nicht meine Kleidung kaufen, ist sie doch für die bessere weiße Gesellschaft gemacht.«

So stand es in der Welt am Sonntag. Zitiert aus dem Mund von Tommy Hilfiger. Gefallen sein soll dieses Statement ausgerechnet in der Talkshow von Oprah Winfrey. Der Aufruhr war zu erwarten, schließlich gab es vor fünf Jahren schon einmal Gerüchte, dass Hilfiger ein elender Rassist sei. Was viele dabei vergaßen: Es gab damals auch Argumente dagegen. Sehr gute zudem. Die Pointe: Die oben zitierten Sätze sind die gleichen, die auch schon die Kontroverse vor fünf Jahren ausgelöst hatten. Neben dem geschädigten Ruf musste Hilfiger damals extreme Umsatzeinbußen hinnehmen. Der Aktienwert des Unternehmens, zwischen 1995 und 1999 von vier auf 40 Doller gestiegen, kam durch die Gerüchteküche über das angebliche Statement derart ins Wanken, dass er innerhalb kürzester Zeit auf sechs Dollar fiel. So viele »angeblich« und »gehabt haben sollen« in einem Text lassen es erahnen: Er hat es nie gesagt. Nachdem das Gerücht 1999 aufkam, stellte Oprah Winfrey in ihrer Sendung umgehend klar, dass er nie bei ihr zu Gast gewesen sei und somit niemals in ihrer Show rassistische Äußerungen von sich gegeben habe.

Dass trotzdem gewisse Rassismus-Vorwürfe an der Marke Hilfiger hängen blieben, so starke, dass das gleiche Gerücht um das gleiche nicht existente Zitat nach fünf Jahren noch mal aufkam, zeigt, wie schwer einmal in Bewegung gesetzte Meinungsmache rückgängig zu machen ist. Argumente wie »er war doch gar nicht bei Oprah« gehen da trotz ihrer Schlagkräftigkeit unter. Hilfiger selbst ist natürlich massiv daran interessiert, das öffentliche Bild von sich richtig zu stellen. Auf seiner Homepage www.tommyhilfiger.com findet sich eine Stellungnahme zu diesem Komplex. Und obwohl er sicherlich geneigt ist, einen Schlussstrich unter die Affäre zu ziehen, macht er es nicht: Entsprechende Nachfragen werden von seiner Pressesprecherin Caren Bell mit der notwendigen Ernsthaftigkeit beantwortet.

Jetzt, wo all das mal wieder gesagt ist, wollen wir aber natürlich noch auf die sehenswerte aktuelle Kollektion zu sprechen kommen: Die Tommy-Jeans-Kollektion ist sehr New Yorkish mit reichlich Hommagen an die punkrockenden Tage der großen Stadt. Die Women- und Men-Teile wiederum zitieren das swingin’ London (aus diesem Grunde waren einige Outfits bereits in der Modestrecke in Intro #112 zu sehen): schmale Blazer, geringelte Pullis und feine, eng geschnittene Röcke für die Ladys. Gegenläufig zu den pinken Trends der Saison. Etwas mehr Understatement und weniger Chichi. Kurzum: Wer dem farbenfrohen Frühjahr und Sommer die schicke, etwas kühle Schulter zeigen möchte, ist mit Tommy Hilfiger goldrichtig angezogen.

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