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Ausschüttungsmodell von Apple Music wird angepasst

Taylor Swift lässt Apple zahlen

Ein Brandbrief und seine Folgen: Aufgrund eines öffentlichen Appells von Taylor Swift hat sich Apple dazu entscheiden, die Modalitäten ihres in Kürze startenden Streaming-Angebotes anzupassen. Künstler sollen nun schon in der kostenlosen Testphase des Dienstes mitverdienen. Eine wegweisende Geste oder doch nur selbstverständlich?
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»#AppleMusic will pay artist for streaming, even during customer’s free trial period«, verlautbarte Eddy Cue, seines Zeichens Senior Vice President des kalifornischen Unternehmens, vor wenigen Stunden auf seinem Twitter-Account und reagierte damit überraschend zügig auf einen offenen Brief von Taylor Swift. »I’m sure you are aware that Apple Music will be offering a free 3 month trial to anyone who signs up for the service. I’m not sure you know that Apple Music will not be paying writers, producers, or artists for those three months«, bringt Swift ihr Anliegen dort auf den Punkt, um bereits wenig später Gehör in der Chefetage von Apple zu finden.
Es ist eine legitime Forderung, die dennoch einige Fragen aufwirft. Wieso es überhaupt erst einen Künstler von diesem Kaliber braucht, damit Apple auf solch offensichtliche Missstände reagiert, zum Beispiel. Oder wieso in jedem Absatz beteuert wird, welch ausgesprochene Sympathien man für dieses fortschrittliche und großzügige (sic) Unternehmen hege. Die Selbstverständlichkeit ihrer Forderung bringt sie dennoch mit einer leicht verkürzten, aber dafür umso effektiveren Analogie auf den Punkt: »We don’t ask you for free iPhones. Please don’t ask us to provide you with our music for no compensation.« Swifts Metapher mag hinken, trotzdem hatte das ursprüngliche Ausschüttungsmodell etwas von einem Winzer, der mit Verweis auf seine kostenlose Weinprobe auch nur einen Teil der Geländepacht abdrücken möchte. Die nun erfolgte Nachbesserung ist dementsprechend kein Anlass für Dankbarkeit oder Optimismus, wie ihn auch Taylor Swift im Nachgang ausdrückte, sondern sollte schlichtweg selbstverständlich sein.
Apple rechtfertigte sein Lizenzmodell zunächst mit den überdurchschnittlich hohen Beteiligungen im Zuge eines kostenpflichtigen Abos. Der Dienst soll am 30. Juni starten und vermutlich 9,99 € pro Monat kosten, wie verschiedene Medien mit Verweis auf einen Screenshot der anstehenden iOS-Version 8.4 berichten. Welche Auswirkungen der Start von Apple Music auf die längst eingespielte Rollenverteilung in diesem Segment haben wird, ist freilich noch nicht absehbar. Bereits im vergangenen Jahr zog Taylor Swift ihre Diskografie bei Marktführer Spotify ab, der statt einer kostenlosen Probezeit eine werbefinanzierte Gratis-Version seines Dienstes anbietet.

Weitere Infos rund um den Launch von Apple Music findet ihr hier.