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2013 heißt jetzt 2014

Streetwear aus Deutschland

2013 war ein gutes Jahr für Streetwear aus Deutschland. Junge, hungrige Brands wie Muschi Kreuzberg überzeugten durch eigenständige Kollektionen und setzen so Impulse. Etablierte Brands wie Wemoto bewiesen erneut, warum sie seit Jahren die Szene prägen. Niko Kadjaia blickt zurück.
Geschrieben am

Streetwear aus Deutschland gab 2013 den Konsumenten genügend Gründe, nicht beständig nach Skandinavien, den USA, UK oder Japan zu schielen. Heimische Brands wie Irie Daily, ZirkusZirkus oder Muschi Kreuzberg haben es verstanden, eine eigene Identität zu entwickeln und erfolgreich, Zeitgeist mit Eigensinn zu kombinieren. Dabei könnte die Designsprache nicht unterschiedlicher sein. Dabei unterscheiden sich die (ökonomischen) Zielgruppen merklich. So wird von 20€-Tees, bedruckt im eigenen Garten, bis zu hochwertigen 600€-Parkas ziemlich alles angeboten, was das Portemonnaie hergibt und die Bedürfnisse herbeisehnen. Streetwear-Vielfalt hat ein Zuhause: Deutschland.

Die vielen neuen, jungen Brands erweisen sich dabei als Motivationsfaktor für die Szene-Größen, sich nicht auf den bereits verdienten Lorbeeren auszuruhen und innovativ zu bleiben. Abseits des produktiven Wettkampfs herrscht unter den deutschen Brands dabei eine auffällige Harmonie, mit der angenehmen Folge, dass es zu überraschenden Kollaborationen kam. Wer hätte zum Beispiel geglaubt, dass eine sehr entspannt auftretende Brand wie Irie Daily mit den Lautsprechen von Muschi Kreuzberg erfolgreich kollaborieren würde? Die Symbiose der beiden Kreuzberger Labels hörte auf den Namen "Lorem Ipsum" und kam sehr gut an.


Auch die Kollaboration zwischen Cleptomanicx und LookyLooky brachte eine kleine, aber grandiose Sommerkollektion hervor, die perfekt die Essenz der beiden Labels widerspiegelte: Berliner Eigensinn trifft auf nordischen Charme - zwei Illustrationsgrößen unter sich. Ob es für 2014 eine Neuauflage geben wird, ist bisher nicht bekannt, wir plädieren an dieser Stelle jedoch deutlich für eine weitere Zusammenarbeit.


Die ungewöhnlichste Zusammenarbeit fand zwischen der Münchner Premium Brand A Kind Of Guise und dem baden-württembergischen Kuscheltierhersteller Steiff statt. Mit dem Ergebnis, dass das Teddybärenfell von Steiff plötzlich zu einem zeitlos schönen Parka von A Kind Of Guise verarbeitet wurde – und umgehend ausverkauft war. Einen davon hat sich A Kind Of Guise Träger Prinz Pi als Tourmantel geleistet.
Was hatte deutsche Streetwear 2013 außer diesen überraschenden Kollaborationen zu bieten? Die Erkenntnis, dass der Nachwuchs nicht schläft und Jungsdesigner tatsächlich immer jünger werden, wie das Beispiel des Cap-Labels Naviiv aus München zeigt. Man kann sich nur wünschen, dass sich dieser Trend fortsetzt und in Zukunft noch mehr deutsche Beteiligung an den entscheidenden Messen wie der Bread And Butter, der Bright, der Capsule, oder der Seek teilnehmen werden. Das Potential ist zweifelsohne vorhanden - das Momentum  auch.


Und Deutschrap? Hat die heimischen Marken längst für sich entdeckt. So arbeitet Wemoto mit MC Fitti zusammen, schlendert Marteria in Muschi Kreuzberg Sweats die Straße entlang, zeigt sich Rockstah komplett in ZirkusZirkus eingekleidet Hotline Miami zocken, designt eine junge Brand wie Phoenix Clothing exklusive Shirts für DJ Eskei und tragen Azad und Savas Baseballmützen von La Clas. Aber nicht alles war neu, auch die Beständigkeit wurde fortgeschrieben. So kooperierten Beastin kweiterhin eng mit diversen (Deutsch)Rap-DJs und geht Cro weiterhin mit seiner eigenen Marke VioVio steil, wenn er nicht gerade mit den Sneakerheads von Kangaroos zusammenarbeitet.