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Opaak im Interview

Ein Label gründen ist bereits schwer genug. Ein Dessous-Label umso mehr. Agathe D. Muffert erzählt im Interview über die Anfänge und Schwierigkeiten, sich in der Modebranche mit einer eigener Unterwäsche-Linie durchzusetzen.

Geschrieben am

Interview:
Chiara Baluch

Mit der richtigen Unterwäsche ist das so eine Sache: Entweder ist sie zu altmodisch oder mit Rüschen und Pailletten besetzt. Auch Agathe ist selten zufrieden mit der meist nicht zeitgemäßen Ästhetik, die viele Dessous im Handel an den Tag legen. So gründet die Modedesignerin Opaak, um eben diese Lücke zu schließen und mit ihrer Marke eine neue Richtung anzustreben.

Wann hast du beschlossen, ein eigenes Modelabel aufzubauen?

Ich habe am Design Department 2011 meinen Abschluss gemacht und wurde damals von einer Dozentin für eine Designstelle in Amsterdam empfohlen. Zwei Wochen später suchte ich bereits eine Wohnung in der holländischen Metropole. Dort arbeitete ich mehr als drei Jahre bis es mich wieder nach Deutschland zog. Selbst dann gründete ich mein Label noch nicht, sondern arbeitete noch über ein Jahr als Freelancerin. In dieser Phase war ich flexibel genug um mich auch mit der größeren Idee einer eigenen Vision zu befassen. Erst im Jahr 2016 begann ich dann ernsthaft, in die Firmengründung zu investieren.

Viele Jungdesigner versuchen ihr Glück mit einem eigenen Label und scheitern. Wie schwer ist es, als Design-Newcomerin in der hart umkämpften Branche Fuß zu fassen?
Ich denke ohne meine Berufserfahrung durch diverse Praktika und meiner Zeit in Amsterdam als Senior Designer für Womenswear, hätte ich bei vielen Schritten nicht gewusst, wie sie anzugehen sind. Die Wahrheit ist, dass einem ein Modeunternehmen nicht nur Kreativität und Designkenntnisse abverlangt, sondern ein gesamtes Konstrukt an Geschäftsverständnis, Logistik und Sales-Strategien gefragt ist. Man muss besonders am Anfang bereit sein, nicht nur in seiner Lieblingsdisziplin zu arbeiten. Insgesamt denke ich aber, dass sich der Markt für Jungunternehmer positiv gewandelt hat. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu informieren und auszutauschen. Social Media bietet eine gute Plattform, seine Marke bekannt zu machen. Das wäre früher ohne gute PR-Agentur oder internationale Messen gar nicht möglich gewesen. Auch das Konsumverhalten hat sich verändert. »Buy less, choose well!« ist eine neue Devise, die sich weg von Massenprodukten und seelenlosen Konzepten bewegt. Diese Entwicklung ist sehr erfreulich und bietet starken Konzepten eine Chance auf dem Markt.

Wieso wolltest du gerade ein Label gründen, das sich auf Unterwäsche spezialisiert?
Eine Faszination für die Produktgruppe hatte sich schon im Studium herauskristallisiert. Nachdem ich mich mit der gesamten Lingerie-Branche befasst hatte, sprach mich allerdings zunächst doch die klassische Mode mehr an. Mit der Zeit habe ich dann jedoch meinen Weg von abstrakten Couture-Silhouetten in die Welt der Dessous gefunden. Ich habe hier erkannt, dass auch die Unterwäschen Branche einen frischen Wind brauchte. Ich habe in dem Segment vieles vermisst: Den »Cool-Faktor«, eine moderne Ästhetik und eine alternative Bildsprache. Also begann ich Entwürfe zu kreieren, die ich selbst gerne tragen wollte. Ohne Schleifen, Blumen oder verzierter Spitze. Einfach etwas, das modisch und pur war und zu meinem Frauenbild passte. Das ist grundlegend auch das Konzept von Opaak.

Also hast du begonnen Wäsche zu kreieren, die deinen eigenen Ansprüchen gerecht wird. Was sind denn die Besonderheiten bei der Wäsche von Opaak, die du bei anderen Marken vielleicht vermisst hast?
Opaak wird hochwertig produziert und verwendet gleichzeitig ökologisch korrekt produzierte Materialien wie recyceltes Polyester oder Bio Baumwollen. Wir bieten elegantes und modisches Design, das gleichzeitig komfortabel getragen aber auch als Statement-Piece kombiniert werden kann. Dabei verzichten wir auf übertriebenes Dekor und konzentrieren uns stattdessen auf eine schöne Linienführung. Die Kollektionen werden saisonunabhängig produziert, das heißt, die Teile bleiben immer zeitlos. Hinzu kommt, dass wir mit unserer Bildsprache die vielen geheimnisvollen Facetten des Frauseins aus einer zeitgemäßen Perspektive beleuchten.

Welche Ziele verfolgst du für die weitere Zukunft mit deinem Unterwäsche-Label? 
Neben neuen Kollektionen strebe ich weitere Kooperationen mit Designern an. Der kreative Austausch beflügelt die Wäscheindustrie, das Thema lässt sich noch auf so vielen Ebenen erweitern. Besonders aus Sicht der Frauen entstehen dabei spannende Beiträge. Darüber hinaus wünschen wir uns, mit Opaak international weiter zu expandieren. Wir vertreiben die Marke bereits in den USA, Australien, Kanada, Frankreich und auch Russland – es ist schön, wie gut Opaak dort verstanden und auch angenommen wird. Im nächsten Schritt werden wir mit Pop-Ups in ausgewählten Städten loslegen, darauf freue ich mich schon!

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