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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Aus Schnaps wurde Ernst

Kölner Kleiderei

Mit dem Motto »Stil hast du, Kleider leihst du« eröffneten Pola Fendel und Thekla Wilkening vor fast vier Jahren ihre Kleiderei. Nachdem sie sich zuletzt auf die Online-Ausleihe konzentriert hatten, haben sie nun einen Shop in Köln eröffnet. Geleitet wird er von Lena Schröder, die nicht nur Design-Märkte organisiert, sondern mit der »Trinkhallen Schickeria« ein eigenes Modelabel betreibt. Frederike Ebert hat sich zum Ortsbesuch aufgemacht.
Geschrieben am
Nach Pop-up-Stores in Hamburg und Berlin habt ihr jetzt eine dauerhafte Kleiderei in Köln eröffnet. Was hat es mit dem »never-ending Kleiderschrank« auf sich?
Das Konzept der Kleiderei ist eigentlich aus einer Schnapsidee heraus geboren. Irgendwie fielen die Wörter »Kleidung« und »Bücherei« mal in einem Satz, und wir haben gedacht: »Wie cool wäre es, wenn man Kleidung leihen könnte wie Bücher?« Frauen haben ja immer das Gefühl, nichts zum Anziehen zu haben, und der Reiz des Neuen ist sehr groß. In der Kleidung der Freundin gefällt man sich oft besser als in der eigenen und andersherum.

Wahrscheinlich tauscht jeder ab und an Klamotten. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, daraus ein Geschäftsmodell zu entwickeln? Wir haben gedacht, wir schmeißen die Idee mal ins Land – und haben ohne betriebswirtschaftliches Know-how kurzerhand in den Räumen einer Galerie einen Laden eröffnet, in dem wir Klamotten verliehen haben. Das war 2012. Von der Idee bis zur ersten Kleiderei sind nur ein paar Wochen vergangen. Wir haben sofort viel Anklang gefunden und Pop-ups in Berlin veranstaltet. Einen Online-Shop zu eröffnen war nur die logische Konsequenz. Selbst wer in Großstädten wohnt, bestellt doch gern online.

Wie funktioniert eure Ausleihe?
Sobald man sich online anmeldet, beginnt das Abo. Entweder sucht man sich selbst bis zu vier Teile für sein Paket aus dem Sortiment aus oder füllt den Fragebogen aus, und wir stellen etwas nach den Wünschen zusammen. Die Mindestlaufzeit des Abos beträgt drei Monate, pro Monat zahlt man 34 Euro.
Angenommen, ich hab mir ein Kleid geliehen, auf einer wilden Party getragen – und nun ist es nass geschwitzt und schmutzig. Was jetzt?
Wir müssen ja dafür garantieren, dass wir die Sachen sauber herausgeben. Deswegen wird alles von uns gereinigt.

Und wenn etwas kaputtgegangen ist?
Kleine Reparaturen können wir selbst machen. Wenn ein Designerstück kaputt oder verloren gegangen ist, wäre das ein Fall für die Haftpflichtversicherung. Bislang ist das aber noch nicht vorgekommen. 

Gibt es bei euch eher Party-Outfits oder mehr Alltagstaugliches?
Es gibt bei uns natürlich auch Sachen für spezielle Anlässe, aber die Idee ist schon, die Kleiderei als Vergrößerung des eigenen Kleiderschranks zu nutzen. Wir haben auch Jeans und T-Shirts oder Business-Sachen im Angebot. 
Und woher kommen die Klamotten?
Wir kaufen nichts Neuproduziertes, sondern nur Sachen vom Flohmarkt. Außerdem kann man uns auch ausgemusterte Lieblingsstücke schicken, und wir kooperieren mit Jungdesignern wie Lanius, Ethel Vaughn, Musswessels, Jan ‘n June, Zitat, haben Sonnenbrillen von Viu, Taschen von Atem und natürlich Trinkhallen Schickeria – schließlich ist Lena unsere erste Franchise-Nehmerin. Ihr Konzept, aus alten Klamotten eine neue, eigenständige Kollektion zu schaffen, passt perfekt zur Kleiderei. Ihre Stücke kann man auch kaufen.

Kann man Klamotten reservieren lassen?

Klar, einfach eine Mail an uns. 

Was mache ich, wenn ich mich in ein Teil unsterblich verliebe und es nie wieder hergeben mag?
Ganz lieb nachfragen! 

Ein paar Sachen möchte man ja eben doch sein Eigen nennen. In was sollte man investieren?
Ein weißes Hemd oder eine weiße Bluse, einen schwarzen Pullover aus Strick, eine gut sitzende Jeans – und irgendein ausgefallenes Gute-Laune-Teil.

Hier geht's zur Webseite der Kleiderei.