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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Sieben Dinge, die wir in Berlin gesehen haben

Fashion Week Berlin 2015

Ende Gelände für die Bread&Butter – zumindest in altbekannter Form auf dem Tempelhofer Flughafen. Was diese Veränderung für die Modemesse-Landschaft Berlin bedeutet, wer davon profitiert und welche Trends herausstechen, hat sich Intro die letzten Tage angeschaut.
Geschrieben am
Bread&Butter: Qual der Wahl
Was wurde im Vorfeld doch wild spekuliert! Nach mehreren konfus angekündigten Kursänderungen der Bread&Butter im letzten Jahr: Öffnung der Messe für fachfremdes Publikum, dann doch nicht, Umzug der Winter-Edition nach Barcelona, und dann die Meldung über Insolvenz und den Ausfall der ehemals größten Streetwear-Messe weltweit. Am Ende gibt es eine kleine Guerilla-Bread&Butter in den Büroräumen der Veranstalter. Im Eingangsbereich lädt Macher Karl-Heinz Müller mit zwei aufgestellten Urnen dazu ein zu wählen: »R.I.P Bread&Butter«  oder »I Want Bread&Butter«. Die Atmosphäre ist nett, bei den rund 40 Ausstellern (z.B. Campus, KOI oder Nigel Cabourn) gehen die Meinungen jedoch weit auseinander: von entnervt bis zuversichtlich, aufs Tempelhofer Feld wird man wohl nicht zurückkehren.
Seek: Echte Mode übertrumpft Schnickschnack
Einstimmig ist hingegen die Stimmung auf der Seek. Die Messe mit Schwerpunkt Contemporary Fashion hat sich, was die Fläche und Anzahl der Aussteller angeht, gefühlt verdoppelt. Statt Wettkampf um den opulentesten oder auffälligsten Stand, zählt in der Arena Berlin zwischen Pressspanplatten, wenig Schnickschnack  und Labels wie Libertine-Libertine, Lazy Oaf, Qwestion, Cheap Monday oder Levi’s Made & Crafted tatsächlich die Mode. Qualität statt Quantität bringen die Besucher, denn auch wenn Berlin insgesamt weniger überlaufen ist, sind wichtige Einkäufer, Händler und Presse da. Etwas weniger Party und Show, mehr Business, darin sind sich viele einig.

Trends:
Material genial

Auffällig ist, wie konsequent sich die Anlehnung an die 90er auf für AW 15/16 (AW=Autumn/Winter) hält: Auf der Bright sehr HipHop-lastig mit 2Pac- und Biggie-Prints, viel Flanell, großen Typos und Logos. Auch das Thema Jogging Pants und Tracksuits reißt nicht ab und Labels wie Champion zeigen sich mit Allover-Print erstmals wieder auf der Seek. Die italienische Schuhmarke Diadora (neben Adidas eine der ältesten im Sportswear-Bereich) setzt mit dem N9000 ebenfalls auf eine Silhouette aus den 90ern. Bis Ende Januar gibt es neben dem Berliner Solebox-Laden einen Diadora-PopUp-Store. Weiterhin spielen unterschiedlichste Materialien eine Rolle, insbesondere bei Schuhen: Bronze-Metallic bei Folk, Samt bei Cheap Monday und Filz bei Puma.

Adidas: Das Jahr des Superstars
Während laut chinesischem Kalender das Jahr 2015 im Zeichen des Tierkreiszeichens der Ziege steht, läutet Adidas das Jahr des Superstars ein. Nach dem einschlägigen Erfolg des »Stan Smith Revivals« im letzten Jahr, widmet die Marke mit den drei Streifen dem Klassiker, den schon Run DMC zu schätzen wussten, zu seinem 45. Geburtstag die volle Aufmerksamkeit. Zwei kleine Vorab-Schmankerl: Auch Pharrell Williams mischt wieder mit und es wird bunt!
Mercedes Benz Fashion Week: Berliner Kompetenz
Sicher, die Frontrow bei manchen Shows gleicht einem Auffangbecken für Dschungelcamp-, DSDS- und Bachelor-Teilnehmer, und im internationalen Vergleich büßt Berlin (noch) an Relevanz ein. Wenn sich aber auf die Kernkompetenz »junge Berliner Designer« besonnen wird, kann man kaum enttäuscht werden: Neben Marina Hoermanseder oder Hien Le begeistert vor allem Bobby Kolade. Der im Sudan geborene Deutsch-Nigerianer lässt sich insbesondere von der Vielfalt und den Gegensätzen Berlins inspirieren.
Bright & Co: Skateboarding-Kultur en masse
Auch die Bright profitiert auf ihre Weise von der veränderten Messe-Landschaft. Zwar ist nicht spürbar viel mehr los, allerdings rückt der Aspekt Skateboarding-Kultur verstärkt in den Fokus. Seien es die Bright European Skateboard Awards, die Filmpremiere von Öctagon x Carhartt WIP, die Ausstellung des Place Magazins oder die Party im House of Vans, wo sich Skate-Legenden wie Eric Koston, Sean Malto oder Atiba Jefferson tummeln.

Kollabo: Ben Sherman x Alpha Industries
An den Jacken von Alpha Industries kam in den letzten zwei Jahren in Sachen Streetwear niemand vorbei, auch Ben Sherman wohl nicht. Auf der Seek ist am Ben Sherman-Stand die Kollabo beider Labels zu sehen. Die klassische US-Fliegerjacke MA-1 bekommt ein traditionell englisch kariertes Innenfutter, einen schmalen runden Kragen und College inspirierte Streifen am Bund. Dazu gesellt sich im Winter 2015/16 eine weitere Kollaboration mit der Wollmanufaktur Pendleton in deren typischem Muster.