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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Consumer Electronics Show in Las Vegas

Die Trends der CES

Auf der CES, kurz für Consumer Electronics Show, enthüllen die Branchenriesen der Unterhaltungselektronik jeden Januar in Las Vegas ihre Neuheiten für das anstehende Jahr – und bieten so einen interessanten Einblick in die Trends der kommenden Monate. Nur: Was wird dieses Jahr tatsächlich ein Thema sein? Und was bleibt Kuriosität oder gar Zukunftsmusik? Ein Ausblick.
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Fachmesse für Unterhaltungselektronik? Klar, das klingt erstmal nach brilligen Sonderlingen, die sich zwischen grellen Pappaufstellern und aufdringlichen Hostessen über die Vor- und Nachteile des jüngsten CyanogenMods austauschen. Bei allem Ernst, mit dem die Messe auch stellenweise begangen wird, sind es aber vor allem die Nischen, Spinnereien und Obskuritäten, die die CES auch weit über die Branche und Szene hinaus zu einer äußerst unterhaltsamen Angelegenheit und nicht zuletzt auch einem Spiegel digitaler Sehnsüchte werden lässt. Science-Fiction für die Massen. Nur: Beschränken sich die Visionen bisher wirklich nur darauf, jedem noch so banalen Alltagsgegenstand irgendeine Sensor-App-Kombination zu verpassen?
Mit Blick auf die zumindest bisher verhaltenen Reaktionen auf intelligente Uhren und Brillen wirken smarte Gabeln, Blumentöpfe oder Babyfläschchen, wie sie tatsächlich auf der Messe vorgestellt wurden, allenfalls bemüht, vor allem aber eines: reichlich kurios. Im Fitness-Bereich mag die alle möglichen Bereiche umfassende Vernetzung mit entsprechenden Apps durchaus gefragt sein. Doch egal ob Armband, Shirt, Fahrrad oder Snowboard: Häufig wirkt die Smartness den Dingen einfach nur übergestülpt, die längst bewährten Funktionen (GPS Tracking, Pulsmesser, Schrittzähler etc.) hinter den vermeintlichen Innovationen bekommen lediglich eine alternative Form verpasst.
Das bereits seit geraumer Zeit präsente Thema Game-Streaming wird auf der CES von Sony und seinem auf angekündigten Service Playstation Now dominiert, der im Sommer an den Start gehen soll. Besitzern der Playstation 3 oder 4 soll es so möglich sein, eine ganze Reihe von Titeln ohne den oft quälend langen Download mehrerer Gigabyte direkt auf Abruf spielen zu können. Ableger für Smart-TVs und Smartphones sollen folgen. Wann der Dienst nach seinem Nordamerika-Start auch hierzulande starten soll, blieb bislang offen. Vergegenwärtigt man sich noch einmal die umgekrempelten Konsumgewohnheiten nach Spotify, Netflix und Co, bleibt die Entwicklung des Dienstes durchaus spannend.
Neben diesen klassischen Programmpunkten war es dann ausgerechnet Mercedes, die uns digitalen Zaungästen doch noch ein bisschen Science-Fiction boten. Denn während das intelligente, fahrerlose Auto auf der CES ein weit verbreitetes Gesprächsthema ist, sparte sich der Automobil-Konzern das Reden und ließ gleich ein vollfunktionales Forschungsmodell bei seiner Keynote auf die Bühne fahren: den F 015 Luxury in Motion.



Dennoch: Davon abgesehen sind es bisher vor allem kosmetische und funktionale Neuerungen, die das Programm der CES dominieren. Wirklich verblüfft konnte man bis jetzt lediglich mit Blick auf die, nun ja, sehr freizügige Interpretation des Internets der Dinge sein – denn da wurde einem allenfalls die smarte Klobürste erspart. Aber wir haben ja noch ein paar Tage.