×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Jack & Jones

Die »grüne« Blue Jeans

Eine Jeans besteht in der Regel aus 60 zusammengenähten Einzelteilen. Im Laufe ihres Entstehens legt sie rund 50.000 Kilometer zurück. Sie ist nicht nur ein sehr aufwendig produziertes Kleidungsstück, sondern belastet auf diesem Weg Mensch und Umwelt enorm. Es geht aber auch anders.
Geschrieben am

Öko-Wäsche

Bei der üblichen Herstellung einer Jeans werden vom Anbau der Baumwolle über die Waschung bis hin zur fertigen Jeans an die 10.000 Liter Wasser und einige Kilo an Chemikalien – ob Tenside, Chlor oder Kaliumpermanganat – aufgewendet. Ein Besuch bei Textilhersteller Blue Line und der Denim-Wäscherei DB Wash in Norditalien zeigte, dass es mittlerweile schonendere Verfahren für Mensch und Umwelt gibt. Größter Kunde der Wäscherei ist das dänische Label Jack & Jones, das dort seine Low Impact Denim produzieren lässt.

 

Laser 

Was bei einer Raw Denim fehlt? Die charakteristischen Linien, Streifen und Konturen, die beim Tragen einer Jeans entstehen. Noch heute werden vor allem in China Jeans für diesen Effekt sandgestrahlt. Das Gefährliche daran ist, dass die Sandpartikel so klein sind, dass sie trotz Mundschutz in die Lungen gelangen und oft Ursache für die Lungenkrankheit Silikose sind – ähnlich wie bei Bergarbeitern. Der Laser hingegen brennt gesundheitlich unbedenklich, millimetergenau und mit kontrollierter Intensität die Oberfläche der Indigo-gefärbten Fasern an, sodass das Weiß der Baumwolle wieder etwas durchschimmert. Fertig ist der Used-Look.

Ozon

Eine der neuesten und innovativsten Methoden in der Denim-Industrie ist das Bleichen mit dem natürlichen Gas Ozon. Statt mit Chlor oder schwer abbaubarem Kaliumpermanganat werden die Jeans in einer Art großen Waschmaschine bis zum gewünschten Grad geblichen. Das Ozon greift das Indigo an, lässt dabei die unterschiedlich starken Waschungen entstehen und zerfällt am Ende zu Sauerstoff. Vorteil: Neben der Einsparung von Chemikalien benötigt der Vorgang kein zusätzliches Wasser. 

 

Recycling

Zwar wird mit den Schnittmustern regelrecht »Tetris« gespielt, dennoch wirft die Herstellung rund 15% kleinteilige Stoffreste ab. Für die Low Impact Denim von Jack & Jones werden diese Reste durch Zerkleinern und Schreddern wieder in ihren ursprünglichen Zustand, also reine Baumwolle, versetzt – nur nicht in Weiß, da die Fasern ja bereits mit Indigo gefärbt wurden. Anschließend wird die recycelte Baumwolle einfach unter die herkömmliche gemischt, und der reguläre Web- und Färbeprozess beginnt.