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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Modische Revolution

Designer & Brands mit Visionen

Nicht alle Modemacher träumen ausschließlich von Ruhm und Geld. Viele treten auch an, um die Welt nachhaltig zu verbessern – sei es politisch, sozial oder ökologisch. Sieben von ihnen stellt Viviane Marie Philipps an dieser Stelle vor.
Geschrieben am
01 Ader Error
Keine Frage: Die Designs des Labels aus Seoul sind richtungsweisend. Zudem ist fast jedes Teil unisex. Mode hat für Ader Error nichts mit Geschlecht zu tun, nichts mit Normen oder Kategorien – denn der Kunst sind keine Grenzen gesetzt. Wie viele koreanische Brands repräsentiert Ader Error diese Grenzenlosigkeit auf einem neuen Level und verbindet gekonnt subtile Edginess mit unangestrengter Eleganz.
02 MODT
Das junge Berliner Label Modt produziert Unisex-Kleidung aus 100 % ökologischen Fairtrade-Materialien und ist dabei bemüht, möglichst wenig Müll zu erzeugen. Besonders cool ist, dass alle Stücke von Hand bedruckt und so zu Unikaten werden. Gefertigt wird in Berlin. Eine kleine, äußerst feine Auswahl bestätigt, wie viel Liebe und Mühe hinter den kunstvoll bemalten, locker geschnittenen Klamotten steckt.
03 Vanessa Schindler 
Vom Chemie-Experiment auf den Laufsteg – die Masterkollektion »Urethane Pool: chapitre 2« eröffnet bahnbrechende neue Dimensionen zur Herstellung von Kleidung. Die Schweizer Designerin experimentiert mit Urethan, einem Gummi-ähnlichen Polymer, das anfangs flüssig ist. Damit übergießt sie Stoffe, verformt und modelliert. Den Hyères-Preis hat sie für ihre ungewöhnliche High Fashion bereits abgeräumt.
04 Catherine Wales
Die britische Designerin ist überzeugt davon, dass klassische Konfektionsgrößen dazu führen, dass wir unsere Körper für zu dick, dünn, kastenförmig oder kurvig halten. Deshalb hat sie eine Accessoires-Kollektion entworfen, die per 3D-Druck an den individuellen Körper angepasst und ausgedruckt werden kann. 3D-Druck wird zukünftig definitiv ein großes Thema sein – und der Abschied von herkömmlichen Kleidergrößen wohl auch.
05 Martine Rose
Rose designt eigentlich Mode für Männer. Die ist bei Frauen aber mindestens genauso beliebt – Geschlechtergrenzen und Maskulinität ade! Für ihre Babypause legte nicht nur sie, sondern auch die nach ihr benannte Marke eine Pause ein, ein Softporno diente derweil als Show-Ersatz für ihre diesjährige Kollektion. Martine Rose gibt nichts auf Regeln und macht ihr Ding. Seit Kurzem designt sie auch für das richtungsweisende Haus Balenciaga, das mit Designer Demna Gvasalia immer wieder für spannende Brüche in den ungeschriebenen Regeln der Modewelt sorgt.
06 Vetements
Weiter im Text mit Demna Gvasalia: So viel Humor und Ironie wie er hat lange niemand in die Modeszene gebracht. Er ist einer der Gründer von Vetements und außerdem Chefdesigner bei Balenciaga und hat nicht nur Geschlechtergrenzen vollkommen aufgelöst, sondern auch scheinbare No-Gos wie das Adaptieren von High-Street-Brands in High-Fashion-Kollektionen möglich gemacht. Wer dem Druck und den Ansprüchen des Fashion-Business so unverschämt die Stirn bietet, ist ein Revolutionär – willkommen in der Zukunft. 
07 John Alexander Skelton
Mit englischer Wolle und Omas alten Bettlaken schafft der junge Central-Saint-Martins-Absolvent – ein angesehenes College für Kunst und Design im Herzen Londons – seine Kreationen. Dem typischen Klischee nachhaltiger Mode setzt er verträumte, pure und elegante Entwürfe entgegen. »Nachhaltigkeit sollte kein Marketing-Schlagwort sein, das die Konsumenten mit schlechtem Gewissen dazu bringt, noch mehr Geld auszugeben.« Skelton meint es ehrlich und hat eine Menge zu bieten.