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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Being John Starlight

Zombie Nation

Wir erinnern uns: Splank (a.k.a. Zombie Nation) war früher mal auf Gigolo Records. Dann kamen dieser Welthit namens “Kernkraft 400”, die Kooperation mit einem Major und tolle Quotes vom A&R. Beispielsweise diese: “Hey, könntest du nicht mal einen Song machen, der auch als Handy-Klingelton funktionie
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Wir erinnern uns: Splank (a.k.a. Zombie Nation) war früher mal auf Gigolo Records. Dann kamen dieser Welthit namens “Kernkraft 400”, die Kooperation mit einem Major und tolle Quotes vom A&R. Beispielsweise diese: “Hey, könntest du nicht mal einen Song machen, der auch als Handy-Klingelton funktioniert?” Wollte er aber nicht, und nachdem er prompt von allen Beteiligten desavouiert wurde, gründete er eine Ich-AG. Die nennt sich Dekathlon Records und beherbergt My Robot Friend, Remute und Generation Aldi. Und Zombie Nation himself. Auf “Absorber” sucht man – zumindest beim ersten Hören – vergeblich nach einem Hit vom Schlage “Kernkraft 400”. “Ich wollte bewusst keine Platte machen, die sofort ins Ohr springt, sondern etwas, das eine längere Halbwertszeit hat, wo man vielleicht erst nach dem dritten Hören die Feinheiten erkennt”, sagt Splank. Und derer gibt es viele. Und unterschiedliche. Das kommt daher, dass “Absorber” über einen längeren Zeitraum entstanden ist. Den Tracks haftet etwas Fragmentarisches an, was sicherlich u. a. am mehrmaligen Ummodeln liegt.

Das Überraschende: Das Ergebnis klingt keineswegs so unfertig wie meine Schreibe. Ansonsten ist noch festzuhalten: Ein Großteil der verwendeten Sounds wurde analog generiert – “Ich habe immer schon Spaß daran gehabt, Samples als Töne zu benutzen, keine langen Strecken zu sampeln, sondern Collagen zu machen” –, und einige Tracks erinnern vor allem hinsichtlich der Stimme an EBM, dieses, ähm, interessante Genre aus Belgien. Zumindest mich. Denn Splank streitet derartige Einflüsse vehement ab. Kurzum: “Absorber” ist ein Album mit druckvollen, massiven Sounds, das auch Widersprüche zulässt. Und das ist überhaupt nicht schlimm, Splank ist nämlich schizophren und mag Widersprüche. Deswegen hat er sich ein Alter Ego zugelegt. Das heißt John Starlight und hat bereits im Juni eine ebenfalls sehr hörenswerte Platte namens “Rip It!” auf dem Kölner Label Television veröffentlicht.