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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Ich bin Zlatan

Zlatan Ibrahimovic

32 Jahre Fußballerleben eines der speziellsten Sportstars unserer Zeit. Inklusive Abrechnung mit ehemaligen Trainern und Spielern, sowie einer frappierenden Logik im Leben des Migrantenkindes.
Geschrieben am

Es gibt Dinge, die an der Autobiografie des vielleicht außergewöhnlichsten aktiven Stürmers nicht überraschen. Etwa die im Anschluss an einen kurzen Prolog streng chronologisch gehaltene Erzählweise durch 32 Jahre Fußballerleben. Oder der häufige Gebrauch der Begriffe »krass«, »Ferrari« und »scharfe Bräute«. Und doch ist »Ich bin Zlatan« ein konsistentes (Hör)buch, das sich, ohne anbiedernd oder übertrieben chauvinistisch rüberzukommen, anschickt, den Wust aus aufgebauschten Zlatan-Legenden zu entwirren. Trotz eher eindimensionaler Schreibe wird so in den erstaunlichsten Momenten eine frappierende Logik zwischen Ibrahimovics Vergangenheit als marginalisiertes, schüchternes Migrantenkind aus einem Malmöer Plattenbau und seiner unangepassten, fast gigantomanisch wirkenden Spielweise heute offenbar. Hier kickt sich jemand die Seele aus dem Leib, für den das Soz-Päd-mäßige »Wir« des Fußballsports gleichzeitig immer vor allem »die anderen« meinte. Wenn die Zlatan-Ich-Person ihre schönsten Tore nacherzählt, die kindliche Freude am Spiel und das Glück eines errungenen Sieges spürbar werden lässt, freut man sich auch als Hörer für diesen Jahrtausend-Stürmer.

Die vielen Millionen und den Triumph über all jene, die ihn nie akzeptierten oder über den Tisch zogen, man gönnt sie Zlatan I. ohne Umschweife. Dass mehrere Aktive der deutschen Fußballwelt, allen voran Rafael van der Vaart und Pep Guardiola, als rückgratlose Arschgeigen porträtiert werden, ist ein wundervolles Extrageschenk. Echt schade nur die Sprecherstimme von Mark Bremer. Passt wirklich gar nicht.