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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

A Song About A Girls

Zita Swoon

„My Bond With You And Your Planet: Disco“ - das hat vorerst ausgedient. Heute knüpft Stef Kamil Carlens die Bande mit anderen Mitteln. Vom Albumtitel bis zur in den wilden Wald gestellten Kammer-Pop-Musik, die das Dutzend Liebeslieder umflort, untermauert der dEUS-Musiker seinen Ruf als bisweilen äu
Geschrieben am

Autor: Müller

„My Bond With You And Your Planet: Disco“ – das hat vorerst ausgedient. Heute knüpft Stef Kamil Carlens die Bande mit anderen Mitteln. Vom Albumtitel bis zur in den wilden Wald gestellten Kammer-Pop-Musik, die das Dutzend Liebeslieder umflort, untermauert der dEUS-Musiker seinen Ruf als bisweilen äußerst schräger Otto. „A Song About A Girls“ ist ein großer Wurf; einer, dessen Flugbahn sich nie so recht auf Anhieb erkennen lässt. Carlens baut Kartenhäuser (mit Erkern und Keller) aus frankophilen und amerikanischen Song-Traditionen, aus Pop und Musette. Meist eher leise - mit ins Gebälk klappernder Perkussion fahrenden melancholischen Geigen - blättert er in fruchtlosen Bemühungen, das vielförmige Phantom Liebe an die Kette zu legen. Erinnert „De Quoi A Besoin L’Amour“, im Duett mit Axelle Red gegrantelt und gehaucht, an Gainsbourg und Birkin, überwältigt „Sad Water“ mit seiner zarten Mischung aus europäischem Kirchenchoral und New-Orleans-Boogie. Die Brüche sind so abenteuerlich wie die Verkittungen. Nur selten schwingt der Faden in den einzelnen Songs wie auf „Thinking About You All The Time“ in einer gleich bleibenden Frequenz, auf der ein schmachtender belgischer Cowboy zu karibischen Rhythmen reiten kann. Bisweilen möchte man – frei nach Karl Valentin – behaupten, das alles habe bestimmt viel Arbeit gemacht. Aber die wenigen allzu gespreizten, selbstverliebten Mätzchen verkraftet das Album locker.