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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Zettel auf dem Boden

Niels Frevert

»Ich laufe immer weiter, ich geh so für mich hin. Zettel auf dem Boden, Konfettiregen. Häng’ Gedanken nach, die sich in Luft auflösen können.« Alltagspoesie eines Routiniers, Von Knyphausen für 3sat-Gucker.
Geschrieben am

Knapp 20 Jahre ist es her, dass der spröde Pop der Nationalgalerie glühte und erlosch. Klar, dass ihr Sänger heute ein anderer ist. Selbst das Jahrtausend ist ein anderes. Niels Frevert hatte schon mit seinem letzten Album »Du kannst mich an der Ecke rauslassen« weiter ausgeholt als zuvor, sich und seinen Stücken mehr Raum gelassen. »Zettel auf dem Boden« setzt dort an, umarmt dabei noch inniger. Das große Instrumentarium – Streichquartett, Bläser, Vibrafon – hat sich noch weiter ins Herz der Lieder geschlichen.

Ohne diese zu überfrachten. Die groß angelegten Arrangements sind natürlicher Bestandteil, nicht bloße Garnitur, nicht wegzudenken. Genau wie Freverts alltagspoetische Notizen: »Ich laufe immer weiter, ich geh so für mich hin. Zettel auf dem Boden, Konfettiregen. Häng’ Gedanken nach, die sich in Luft auflösen können.« Auch auf seinem neuen Album streut Frevert ein Cover ein, auch dieses Mal ist es nur auf den ersten Blick weit hergeholt: Er macht sich Hermann Van Veens »Bis jemand mich hört« genauso zu eigen wie zuletzt Hildegard Knefs »Ich möchte mich gern von mir trennen«.

In drei Worten: NATIONAL / KONFETTI / INDIE