×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

When It Falls

Zero 7

Während sich zahllose Kollegen in unsinnige Neuerfindungszwänge verstricken (lassen), gibt es eine Hand voll vermeintlicher Downtempo-Combos, die es gar nicht nötig haben, das wahrlich lächerliche höher, schneller, weiter-Spielchen auch nur ansatzweise mitzuspielen. Denn es gibt weiß Gott ein Leben
Geschrieben am

Während sich zahllose Kollegen in unsinnige Neuerfindungszwänge verstricken (lassen), gibt es eine Hand voll vermeintlicher Downtempo-Combos, die es gar nicht nötig haben, das wahrlich lächerliche höher, schneller, weiter-Spielchen auch nur ansatzweise mitzuspielen. Denn es gibt weiß Gott ein Leben nach den Compilations. Dazu gehören mit Sicherheit auch Zero 7. Die Formation um Henry Binns und Sam Hardaker hat es heimlich, still und leise längst geschafft, den Hochdruck-Zeitgeist lächelnd hinter sich zu lassen, das eigene Ding konsequent durchzuziehen. Mehr als 800.000 Einheiten ihres Debütalbums ›Simple Things‹ gingen über die Ladentheken dieses Planeten – eine Zahl, von der Indie-Hoffnungen aller Couleur gerade in Zeiten wie diesen nur träumen können. Ein solcher Erfolg begründet sich zuallererst mal darin, dass bei Zero 7 Musik nicht aus einem olympischen Gedanken heraus Richtung Hipster-Anspruch und Tanzfläche getrimmt wird. Nein: Hier gibt es Songs statt Tracks, Gefühle statt Illusionen und obendrein wahre Tiefe statt schale Oberflächlichkeit. Tradition als Moderne, quasi. Auch am neuen Album der beiden Soundästheten kann man sich wärmen wie an einem großen Kamin inklusive fettem Teppich davor. Und eigentlich ist es völlig unerheblich, ob diese Musik nun anno 1970, 2004 oder gar 2154 gemacht und veröffentlicht wurde. Scheiß auf Hülsen und grob missverstandene Leerformeln wie Lounge, TripHop oder Nujazz, vergiss Altlasten wie Folk oder Country. Hier ist nichts mini-, sondern viel eher alles maximal. Fiese Achtziger-Brennstäbe und anderer Weltraum-Schrott, all das bleibt im Endlager. Sollen andere dran zugrunde geh’n. Sich fallen lassen können in die weichen Rhodes-Akkorde, wissend schmunzeln angesichts der ultra-angenehmen Stimmen (und Texte) der drei beteiligten VokalistInnen, eine Kerze anzünden zu den fluffig-analogen Besen-Beats. ›When It Falls‹ ist Soul Music im ursprünglichen Sinne, eine Klasse für sich. Das braucht die Welt. Drei Fragen an Zero 7. Die Antworten dazu gab Henry.
Frage: Wie ist es euch ergangen nach dem großen Erfolg von ›Simple Things‹?
Antwort: Wir hatten eigentlich wenig Erwartungen bezüglich der letzten Platte. Wir haben ja auch nur den Körper zusammengesetzt, an dem wir schon so lange gearbeitet hatten. Und wir sind immer noch überrascht, was sich jetzt alles daraus entwickelt hat.
Frage: Wie lief es diesmal mit euren Gast-Vokalisten?
Antwort: Die haben sich auf dem Album richtig am Songwriting beteiligt und den Stücken unheimlich viel dazugegeben. Ihre Präsenz prägt die einzelnen Songs sicher genauso sehr wie unsere Musik. Wir schätzen uns wirklich glücklich, mit solch coolen Leuten gearbeitet zu haben.
Frage: Wie wird die Live-Umsetzung der Platte aussehen?
Antwort: Die Show zu ›Simple Things‹ hat ja gut funktioniert. Die einzelnen SängerInnen kamen für ihr Stück auf die Bühne, sodass da immer was los war, was die Sache – hoffentlich – auch für das Publikum interessant hielt. Dieses Mal fände ich es aber schöner, würde jeder nach seinem Solo-Part auf der Bühne bleiben und Background singen. Ist doch familiärer, oder? Aber noch keine Ahnung, ob und wie es sich final entwickelt.