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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Devil Is Fine«

Zeal & Ardor

Wer meint, alles schon mal gehört zu haben, darf sich gerne Zeal & Ardor widmen. Wenn Black Metal und satanische Sklavengesänge aufeinandertreffen, dann entsteht garantiert etwas Neues.
Geschrieben am
»Devil Is Fine«, singt der Gospelchor zu Beginn und sorgt allein durch diese blasphemische Äußerung für Aufmerksamkeit. Dem Projekt des schweizerisch-amerikanischen Musikers Manuel Gagneux liegt ein historischer Denkansatz zugrunde, der sich mit der Auflehnung der Norweger gegen die Christianisierung befasst. Der damals verbreitete Monotheismus sorgte in den 1890ern in Teilen des Landes für eine Rebellion, bei der erstmals Themen wie Satanismus oder Totenkult aufkamen, die später den Black Metal prägen sollten. Gagneux fragt weiter: Was wäre, wenn die amerikanischen Sklaven auf ähnliche Weise rebelliert hätten? Hätte es dann satanische Sklavengesänge gegeben? Auf »Devil Is Fine« stehen Power und Wut nah beieinander, die Gospelpassagen werden im Laufe des kompakten Albums immer wieder von harten Metal-Riffs durchkreuzt. Aber auch Schönheit findet sich auf dieser Platte. Immer dann, wenn sich auch mal eine sensiblere Gitarrenmelodie ihren Weg durch die aufgewühlte Szenerie bahnt, Jazz für Ruhepausen sorgt oder in dem Interlude »Sacrilegium II« ein Glockenspiel ertönt. Das hat man in dieser Form tatsächlich noch nicht gehört. Letztlich ist »Devil Is Fine« auch ein Protestalbum mit hohem Aktualitätsbezug, da es sich als lautes musikalisches Statement gegen die katastrophale Ausgrenzungspolitik eines Donald Trump lesen lässt.

Zeal & Ardor

Devil Is Fine

Release: 24.02.2017

℗ 2017 MVKA Music