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Ben Lee und Stankowski live in Köln

Zauberei ohne Kaninchen

18.09., Köln, Subway Bei seinem "Secret Gig" im Kölner Subway macht der "alte" Songwriter-Hase Ben Lee (26) seine Aufwartung mit melodiösen, luftigen, tragikomischen Songs, mit hohem Aufforderungscharakter und definitiv positiven Vibes. Vorher aber bereitet der Stankowski-Part (und ausgewi
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18.09., Köln, Subway

Bei seinem "Secret Gig" im Kölner Subway macht der "alte" Songwriter-Hase Ben Lee (26) seine Aufwartung mit melodiösen, luftigen, tragikomischen Songs, mit hohem Aufforderungscharakter und definitiv positiven Vibes.

Vorher aber bereitet der Stankowski-Part (und ausgewiesener Ben Lee-Verehrer) des Duos Werle & Stankowski den Abend stilgetreu vor. Stankowski präsentierte solo mit Gitarre und Herman Düné-Timbre den klassischeren Indie-Folk-Teil ihrer sonst sehr variablen, machmal wilden Musikkolchose, inklusive funky Keyboards und plötzlicher Tanzbarkeit.

Ben Lee, der auch für zahlreiche andere MusikerInnen komponiert wie Eels oder Kylie und natürlich Kollegen Evan Dando, begann sein musikalisches Schaffen schon sehr früh. Und so kommt man in den Genuss solcher Ansagen wie: "This is a song about jealousy which I wrote when I was 14" ("I wish I was him"). Doch hat es diesmal einige Zeit gedauert bis zu seinem aktuellen Album "Awake is the new sleep". Bens Vater starb, der 11. September passierte, all das verlangte ein Take-Off und Neuordnungen. Nun aber zeigt sich Ben Lee voller Präsenz, Liebe und Optimismus. Bereit, davon eine Menge abzugeben. Seine neuen Songs geizen zum Teil nicht mit sonnigen, mutvollen, einenden Slogans wie eben der catchy Albumtitel (remember: quiet is the new..., ihr wisst schon), "whatever it is - just do it" oder "we're all in this togeher".

Ben Lee kam aber nicht ganz allein. Musikerkollegin Lara, die aufgrund der räumlichen Begrenztheit auf der Bühne vor dem Publikum unterm Keyboard zunächst versteckt und dann hervorgezaubert wurde, erwies sich als absolute Bereicherung in verschiedenster Hinsicht. Ihre Keyboardklavierbegleitung und ihr glockiger Gesang unterstrichen die Schönheit der Songkompostionen. Ihr offenherziger Humor und ihre Fröhlichkeit begleiteten die fluffig-freundliche, schelmischen Bühenperformance zur Freude des Publikums. Es ist angenehm eng im Subway, nah und intim. Und Ben & Lara fern von Berührungsänsgten. Am Ende mutete es beinahe religiös an, als Ben das Publikum dazu aufforderte, zum Song "We're all in this together" den wohlwissend als uncool geltenden Begleitsang zu machen. ("More uncool", wurde ermahnt). Und da möchte ich mich doch fast zu der Aussage hinreißen lassen, dass Ben Lee das gesanglich bestklingendste Publikum besitzt. Hut ab.

Zum Schluß hüpfte Lee durchs Publikum, so gut es ging. Im Subway gab es also gute Gefühle wie fast zum aus der Luft greifen. Zum Beispiel jene, die kleine, aber wirkungs- wie wundervolle, umwerfende Melodiebögen und Tonsprünge so wie plötzliche Steigungabfälle auf Achterbahnen auslösen können: ein Magenspringen, ein Atemanhalten.