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»Stranger Things«

Yuck

Yuck auf dem Rückzug ins Private: Das dritte Album »Stranger Things« zeigt die Indie-Slacker frei, geläutert und endlich wieder mit Spaß an ihren Songs.
Geschrieben am
Dass sich Max Bloom in seiner Haut als Frontmann der Indie-Erneuerer Yuck nicht mehr wohl fühlte, ließ sich schon auf der Tournee zu ihrem letzten Album »Glow & Behold« erahnen: Wie Falschgeld stand er in der Mitte der Bühne herum, die Band intonierte ihre neuen Songs höchst kraftlos. Mehr als bestätigend wird er nun im Presseinfo zitiert: »It’s so cheesy, the whole thing. Being in a band really is like ›Spinal Tap‹«. Für seine Band hat er daraus rigorose Konsequenzen gezogen: vorbei die Zeiten der Major-Label-Option, die mit »Glow & Behold« sowieso nur ein höchst unglückliches Zweitwerk hervorbrachte. Und nicht nur das: Der Entschluss lautete gleich »gar kein Label mehr«, alles selbst machen, Vorverkauf nur über Pledgemusic. Solche Entscheidungen kommen zwar einem kommerziellen Selbstmord gleich, für die Band aber waren sie offenbar die Rettung, wie »Stranger Things« zeigt: Nicht dass Yuck nun glücklicher rüberkommen – den folgerichtigen Slogan »I hate myself« hat Bloom prominent im Titelsong des Albums platziert –, aber endlich können sie wieder sie selbst sein, Indie-Slacker eben, sie können unkritisch und hingebungsvoll Built To Spill (»Hold Me Closer«) und Teenage Fanclub verehren, Melodien zum Niederknien spielen und sich ansonsten in die Ecke legen. Auch wenn die Produktion des Albums konsequenterweise suboptimal ist, gewinnt es doch durch endlich wieder wunderbare Songs. Seinen Lebensunterhalt als Musiker kann man so leider nicht bestreiten – der Weg zur Indie-Ikone aber ist geebnet.
Yuck »Stranger Things« (Mamé / VÖ 26.02.16)

Yuck

Stranger Things

Release: 26.02.2016

℗ 2016 Mamé Records