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Videochannel sperrt Musikvideos in Deutschland

YouTube vs. GEMA

Eine weitere Hiobsbotschaft für freie und werbefinanzierte Musik im Netz: Seit heute sperrt YouTube sukzessive Musikvideos auf seiner deutschen Website.
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Eine weitere Hiobsbotschaft für freie und werbefinanzierte Musik im Netz: Seit heute sperrt YouTube sukzessive Musikvideos auf seiner deutschen Website.

Die Fakten dürften mittlerweile zumindest in Grundzügen bekannt sein, deswegen an dieser Stelle nur eine grobe Zusammenfassung: Weil sich GEMA und YouTube bis gestern 24 Uhr nicht auf einen neuen gemeinsamen Deal einigen konnten, sperrt der Videoanbieter ab sofort und sukzessive sämtliche Musikvideos, die in Deutschland über die Plattform abrufbar sind - sofern die betreffenden Künstler ihre Interessen von der “Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte”  (allein der Name!) wahrnehmen lassen. Das dürften nicht gerade wenige sein. Je nach Quelle (ganz gute Zusammenfassungen des Status Quo finden sich auf netzwertig.com und Spiegel Online) verlangen die alten Herren in München zwischen 1 und 12 Cent pro Aufruf eines Musikvideos, eine Gesamtsumme die YouTube wohl nicht mal in Ansätzen durch Werbeeinnahmen decken kann und damit aus nachvollziehbaren Gründen nicht akzeptiert hat. Damit wiederholt sich auch bei uns der in den letzen Wochen im UK schwelende Streit zwischen der dortigen Verwertungsgesellschaft PRS und eben YouTube, was auch in Großbritannien die Sperrung sämtlicher relevanter Musikvideos nach sich zog.
[usercomment=http://www.intro.de/forum/plink/1/1238523393/1238572829]
Dass es jedesmal einen Aufschrei der Empörung gibt, wenn die böse, böse Gema, die ja die schöne, schöne Musik so böse zu einem Konstrukt ihrer bösen, bösen Demokratie macht, indem sie das rebellische, ja, irgendwie freie des geilen Internets versucht in den Griff zu bekommen, ist nur zu verständlich, da ja Kulturrebellen mit Bürokratie nichts anfangen können.[/usercomment]
Zwar kann man davon ausgehen, dass sich beide Seiten in absehbarer Zeit einigen werden - immerhin haben sowohl GEMA als auch YouTube wohl ein beidseitiges Interesse an einer Einigung, zumal YouTube für viele Musiker eines der, wenn nicht das wichtigste Marketingtool im sogenannten Web 2.0 ist. Was diese neuerliche Hürde gegen jede Form von freier, werbefinanzierter Musiknutzung im Netz bedeutet, werden aber wohl auch Laien schnell beantworten können: Nichts gutes. Denn wo sollen die immer noch mitunter teuer produzierten Clips schon laufen? Im Musikfernsehen? Wohl kaum.

In eigener Sache heißt das: Da auch intro.de YouTube-Einbindungen nutzt, bitten wir euch um Verständnis, wenn die Videos, mitunter fester und wichtiger Bestandteil des Contents, zumindest vorübergehend nicht abrufbar sind. Eigentlich hatten wir euch das übrigens als Aprilscherz unterjubeln wollen, die GEMA war schneller. Ausnahmsweise.