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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»White Men Are Black Men Too«

Young Fathers

Auch auf dem Album nach dem Mercury Prize liefert das Trio aus Edinburgh Hybrid-HipHop mit Diskurspop-Einschlag.
Geschrieben am

Autor: Jan Wehn

»Dead«, das Debütalbum der Young Fathers nach zwei gefeierten EPs, sackte im letzten Jahr den renommierten Mercury Prize ein – völlig zu Recht. Schließlich setzte das schottische Trio mit Wurzeln in Nigeria und Liberia gleichermaßen traditionelle wie auch eklektische HipHop-Alternativambitionen den zu der Zeit vorherrschenden Trap-Blaupausen entgegen und verschnitt sie darüber hinaus noch mit klugen Texten.

Den Nachfolger »White Men Are Black Men Too« haben »G« Hastings, Alloysious Massaquoi und Kayus Bankole in einem Hotelzimmer in Illinois, einem Proberaum in Melbourne, einem arschkalten Keller in Berlin, einem Fotostudio in London und im Erdgeschoss ihres Proberaums in Edinburgh zusammengeschustert.

Nach genau so einem kosmopoliten Allerlei zigfacher Umstände klingt das trotzdem wirklich gute Album dann auch. Verkopfte, emotionale Spoken-Word-Passagen existieren ganz selbstverständlich neben leichtfüßigen Schubidu-Ohrwürmern. Atonale Sample-Fetzen und folkloristische Versatzstücke werden um Handgemachtes aus dem Percussion-Bereich ergänzt und an den genau richtigen Stellen fürs Radio aufpoliert. Dieser Grenzgang zwischen Avantgarde und Mainstream musste auch sein, um den mit dem Albumtitel angedeuteten Diskurs voranzutreiben. Richtige und wichtige Platte.
– Young Fathers »White Men Are Black Men Too« (Big Dada / Ninja Tune / Rough Trade / VÖ 03.04.15)

Young Fathers

White Men Are Black Men Too

Release: 03.04.2015

℗ 2015 Big Dada