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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Fade«

Yo La Tengo

Was darf man erwarten, wenn eine der konstantesten Indie-Bands der Staaten mit ihrem vierzehnten Studio-Album in das neunundzwanzigste Jahr ihres Bestehens geht? Was müssen uns die drei längst ikonisierten Protagonisten Ira Kaplan, Georgia Hubley und James McNew aus Hoboken, New Jersey noch beweisen?
Geschrieben am

Große Indie-Hits haben sie außer »Upside Down« und »Tom Courtenay« nie hervorgebracht, aber auch nicht ein schlechtes Album, was ja eine höchst bemerkenswerte Leistung ist. Völlig losgelöst von zeitgeistigen Trends und Sounds kredenzen sie ihr »Ding« irgendwo zwischen Indie-Pop, Progrock und Folkpop. So wurden sie über die Jahre eine solide, lieb gewonnene Konstante, die es sich zwischen Sonic Youth, The Go-Betweens, Superchunk und The Feelies gemütlich gemacht hat.

Nun waren sie mit Chicagos Indie-Progpop-Legende John McEntire (Tortoise, The Sea And Cake) im Studio und haben ein Album geschaffen, das durch warmen Sound, rhythmische Verspieltheiten, orchestrierte Noisepop-Passagen und harmonische Geschlossenheit besticht. Der Opener »Ohm« mit seinem mantramäßigen psychedelischen Sound nimmt auf einen wohligen Trip mit. »Fade« macht bei all dem keine Experimente, sondern schließt an den Punkten an, wo die Band immer am besten war. Songs wie »Well You Better« und »Paddle Forward« seien als Belege dafür genannt. »Fade« ist eine homogene, persönliche, facettenreiche und warmherzige Umarmung. Für eine musikalische Umorientierung oder progressive Weiterentwicklung sind sie mittlerweile zu alt, aber keineswegs für stilsichere Alben.

In drei Worten: Ikonen / Indiepop / Herzlich