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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Joe Cocker in der Nerd-Version

Yeasayer Live

Yeasayer spielten ein mitreißendes Set vor zu wenigen Zuschauern. Unser Autor Johannes Mihram war dabei und hatte ein seltenes Erlebnis
Geschrieben am
25.02.08, Köln, Gebäude 9

Jetzt mal unter uns: Wann ist man schon mal von einer Vorgruppe begeistert? Meistens denkt man doch "Nett gemeint, aber könnten die jetzt bitte mal die Bühne frei machen?!" Diesmal ist es anders: Die Dragons of Zynth kommen wie Yeasayer aus Brooklyn und passen musikalisch bestens in diesen Abend. Ihre Mischung aus polyrhythmischen, afrikanischen Klängen mit Blues, Rock, Noise und Hip Hop befremdet im ersten Moment, doch schnell ist man mitgerissen, spätestens von den eigenen Beinen. Das Mikro teilen sich Aku und Akwetey.

Während letzterer den Bluesman mit Hut gibt, ist Aku der charismatische Shouter, der aber auch den sanften Soul kann. Seine Bewegungen gleichen denen eines läufigen Katers - geschmeidig und sexuell aufgeladen.

Den Kontrast dazu bietet Chris, Sänger und Mischpult-Weirdo von Yeasayer. Die Oberarme an den Körper gepresst, mit den Unterarmen fuchtelnd, das Gesicht zur Grimasse verzogen, taumelt er singend über die Bühne. Auch wenn er spindeldürr ist, der Gedanke an Joe Cocker in der Nerd-Version lässt sich nicht vertreiben. Im nächsten Moment springt er an seine zwei analogen Mischpulte, die er liebevoll auf einer Wolldecke drapiert hat und dreht hektisch, aber auf den Punkt gebracht an den Knöpfchen.

Live klingen die Songs des Debütalbums 'All Hour Cymbals' noch perkussiver als die Studioversionen, leider bewegt sich aber kaum jemand von den 60-70 Zuschauern, die es an diesem Abend ins Gebäude 9 gezogen hat.

Wunderbar zu sehen und zu hören ist auch, wie alle vier Bandmitglieder immer wieder als Chor zusammen singen und die Stimmendabei miteinander harmonieren. Nach einer knappen Stunde und einer Zugabe ist das Konzert leider schon vorbei, doch wie die Band beim großartigen 'Sunrise' ihren Chorgesang loopt, als käme das von Maschine, bleibt noch viel länger im Kopf.