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Betbrüder

Yeasayer im Gespräch

Drei Brooklyner Multiinstrumentalisten, eine Handvoll 2"-Tonbänder und die Inspiration der Wildnis New Yorks im Hinterkopf. So lauten die Ingredienzen des vierten Yeasayer-Albums »Amen & Goodbye«. Es ist der Nachfolger ihrer 2012 erschienenen LP »Fragrant World«. Sermin Usta sprach mit Gitarrist Anand Wilder über Religion, die Zusammenarbeit mit Ex-Beck-Drummer Joey Waronker und die Ehe mit seinen Bandkollegen Chris Keating und Ira Wolf Tuton.
Geschrieben am
Wie der Albumtitel »Amen & Goodbye« verrät, geht es auf eurer neuen Platte hauptsächlich um Religion und Transzendenz. Wieso dieser Themenschwerpunkt?
Uns hat dieses Thema in den letzten Jahren öfter beschäftigt. Den Song »Cold Night« habe ich beispielsweise geschrieben, nachdem ein Freund von mir Suizid begangen hat. Sein Tod hat einige Gedanken und Zweifel bei mir ausgelöst. Und obwohl ich nicht an ein Leben nach dem Tod glaube, kam mir die Idee, den Song in Dialogform zu schreiben, als würde eine lebende Person mit einem Toten sprechen. Mir ist klar geworden, dass das Suizid-Verbot vieler Religionen irgendwie nachvollziehbar ist. Damit das Thema nicht allzu sehr runterzieht, haben wir eine Uptempo-Nummer daraus gemacht. Kontraste wie diese mag ich besonders gern. Mein Kumpel stand total auf cheesy Popmusik, er hätte es ganz sicher auch so gemacht.

Nachdem ihr in euren New Yorker Heimstudios und auf einer Farm in den Catskill Mountains aufgenommen habt, hat Produzent und Ex-Beck-Drummer Joey Waronker den Feinschliff übernommen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?
Wir hatten uns vorgenommen, dieses Mal wirklich alles anders zu machen. Und da wir noch nie mit einem Produzenten zusammengearbeitet hatten, hat unser Label Mute vorgeschlagen, es mal auszuprobieren. Mit Joey hat es super gepasst. Nicht nur, weil er all die Fragmente, Skizzen und Ideen zusammengebracht hat, er hat auch die Drums eingespielt. Außerdem ist er ein sehr guter Mediator. Und da wir versuchen, alles demokratisch abzustimmen, war es wichtig, ihn als eine Art Puffer an unserer Seite zu haben.

Welche Rolle spielt eure Freundschaft nach über zehn Jahren Bandleben?
Mittlerweile ist es mehr als nur Freundschaft. Eine Band zu haben ist, wie eine Ehe zu führen. Ich muss gestehen, ich habe mit den Jungs mehr Zeit verbracht als mit meinen verstorbenen Eltern. Um in dieser Ehe voneinander zu profitieren, muss man einen Sinn für Gemeinschaft haben, die Grenzen des anderen respektieren und einschätzen können, wann miteinander kommuniziert werden muss und wann besser nicht. Aber die größte Herausforderung besteht immer noch darin, den kreativen Ideen der anderen zu vertrauen. Und genau das haben wir auf »Amen & Goodbye« besonders gut gemacht.

http://www.yeasayer.xyz/

Yeasayer

Amen & Goodbye

Release: 01.04.2016

℗ 2016 Mute Artists Ltd

– Yeasayer »Amen & Goodbye« (Mute / GoodToGo / VÖ 01.04.16) Auf Tour vom 24. bis 26.06.