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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Forget«

Xiu Xiu

Die US-Experimentalband Xiu Xiu macht nach fünf Jahren voller Cover-LPs, Opern und Soundtracks endlich wieder ein richtiges Album. Es zeigt sie gereift und von ihrer besten Seite.
Geschrieben am
Zwei Qualitäten machen Xiu Xiu seit mehr als zehn Jahren einzigartig: die Lust, schonungslos das Hässliche auszustellen, und ihre Fähigkeit, in diesem Hässlichen das Schöne zu entdecken. Egal, ob Ausgrenzung, Gewalt, Inzest oder Weltschmerz – Jamie Stewart schreckt vor keiner Herausforderung zurück und bietet stets nur den Halt seiner eigenen, nackten Emotionalität. Kaum ein Album der Band war dabei je durchhörbar, ohne irgendwann skippen zu wollen: »The Air Force« (2006) hatte »Wig Master«, »Women As Lovers« (2008) den »Master Of The Bump«, auf »Always« (2012) war’s »I Luv Abortion«. Die Schönheit braucht den Dreck, könnte man sagen – aber manchmal wurde es einfach übertrieben. Auf »Forget« fehlt diese Totaldissonanz, und vorbei sind auch die Zeiten, in denen sie ihre Hörer mit Techno-Beats malträtierten. Mit »Wondering« gibt es zudem einen kleinen Pop-Hit, und auch die liebliche Ballade »Petite« mag ohne Provokation überzeugen. Man könnte glatt vermuten, Xiu Xiu würden altersmilde. Ihre neue Milde hat zwar immer noch eine Schärfe, an die sich andere Bands im Leben nicht rantrauen würden. Sie führt aber dazu, dass man das Hören eines Xiu-Xiu-Albums vielleicht erstmals einen Genuss nennen kann.

Altin Village & Mine (Indigo)

Forget