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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Xenophonie

Fehlfarben

Kaum eine andere Band bringt ihre eigenen Befindlichkeiten so kongenial mit den gesellschaftlichen verknüpft auf den Punkt.
Geschrieben am

»Das Frühwerk am Hals wie ein Mühlstein«, singt Peter Hein mehr als 30 Jahre nach »Monarchie und Alltag« auf dem neuen Album der Fehlfarben. Da kommt fast Mitleid auf. Fast. Denn tatsächlich gilt das, was Jan Müller von Tocotronic im Pressetext schreibt: Das Frühwerk sollte keine Last sein, die Band sollte es stolz als Orden auf der Brust tragen. So wie »Xenophonie«. Denn um von der Dringlichkeit dieses Albums völlig begeistert zu sein, muss man gar nicht erst auf Peter Heins fortgeschrittenes Alter verweisen. Auf Soundebene eingefangen hat diese Energie Produzent Moses Schneider, der für seine Studio-Live-Aufnahmen bekannt ist. Das hört man. Und auch textlich wird offensichtlich: Hier hat jemand noch immer etwas zu sagen – selbst wenn etwas so Triviales wie die Toilette besungen wird. Denn vor dem »Hygieneporzellan«, das Hein in einer hymnischen Ode abfeiert, sind alle gleich: Mediendeppen wie Businessmenschen. Es gibt leider viel zu wenige, die etwas so auf den Punkt bringen.

In drei Worten: Dringlichkeit / Toilette / Punk