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Brachial

Wovenhand live in Köln

Einfach mal die Anlage aufdrehen. Wovenhand gastieren mit neuem Album in Köln und gehen leider etwas in der eigenen Lautstärke unter.
Geschrieben am
12.09.2016, Köln, Gebäude 9

Alle Jahre wieder, seit aus dem Nebenprojekt Wovenhand eine Vollzeitbeschäftigung wurde, kommt David Eugene Edwards nach Köln ins Gebäude 9. Mit dabei hat das Alternative Country-Urgestein aus Denver dieses Mal sein neues Album »Star Treatment«, das wenige Tage zuvor in Deutschland erschien und auf dem sich Edwards lauter und brachialer gibt, als auf den vorherigen Werken. Dementsprechend steht auch das Konzert in Köln unter dem Stern eines bedrohlich-schroffen Rock. Hier wirken Kopftücher nicht wie Relikte einer untergegangenen Hippie-Kultur, sondern sind Ausdruck erdverbundener Musikerseelen.
Es ist die erste Show der Europa-Tour mit dem neuen Material und bestens besucht, doch irgendwie scheint der Abend an jenen Startschwierigkeiten zu kranken, die derartige Auftaktveranstaltungen oft mit sich bringen: die Laune stimmt, aber der Sound weiß nicht so richtig, wohin er möchte und pendelt sich recht schnell zwischen beeindruckender Wucht und konturlosem Brei ein. Bass und Schlagzeug sind durchweg zu dominant und zwingen die Gitarren dazu, in voluminöse Höhen aufzusteigen, um wenigstens ein bisschen durchzudringen. Der Gesang, nicht eben unwichtig bei dieser Band und ihren Themen, geht fast folgerichtig vollkommen im Getöse unter.

Lautstärke allein ist an diesem Abend kein Weg zu höheren (Atmo-)Sphären, so einnehmend und packend sie beizeiten auch sei. Jene beinahe Trance-artige Sogwirkung, die frühere Konzerte des Amerikaners aufwiesen, vermisst man daher leider komplett. Am Ende sicher kein schlechter Auftritt, allerdings wäre hier sicher mehrmöglich gewesen. Zum Glück geht die Tour ja noch einige Wochen weiter.