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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Wir sind PEER

PEER

Peer Göbel, bekannt als Sänger von Le Mobilé, hat sich zusammengerissen und seine komplette Freundesschar aufgerissen – mit dabei Hund Am Strand
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Peer Göbel, bekannt als Sänger von Le Mobilé, hat sich zusammengerissen und seine komplette Freundesschar aufgerissen – mit dabei Hund Am Strand, Sumo, Locas In Love und noch diverse andere Bands und Einzelpersonen. Ihr Ziel: ein verdammt liebevolles Album aufzunehmen. Nämlich als Peer, einer Band mit offziell fünf Mitgliedern, und darauf besteht Göbel auch: "Am Anfang stand schon die Erweiterung meines Solo-Projekts, aber das entwickelte dann schnell seine eigene Dynamik. Das Album ist also unbedingt ein Band-Album."

Was man nachdrücklich und ausgetüftelt instrumentierten Songs wie "Zürich" oder "Pistole" natürlich deutlich anhört. So reiht sich hier also ziemlich viel aneinander. Zum Beispiel Frustration um fehlende Freiräume in dem Schlüsselsong "Schutzraum", der von der Erschöpfung erzählt, die man auch fühlen kann, wenn man ständig nur online ist, sich selbst auf Social-Media-Webseiten darstellt und plötzlich nicht mehr nur fünf Sauffreunde, sondern 300 Kontakte pflegen
muss. Alles freiwillig natürlich. Worauf Peer bei all der Vielfalt allerdings immer verzichtet, ist Vorhersehbarkeit. Eben in jenen Momenten, in denen der Hörer dann denkt: "ah, jetzt", schweift entweder ein gewisses Instrument ab, oder eine Zeile kehrt dem bisherigen Songverlauf den Rücken zu.

"Das meiste ist Gruppierung von Notizen, die dann anhand des Themas Wochen später weitergeschrieben werden und irgendwann eine Form annehmen, in der sie sich abgeschlossen anfühlen", so Göbel selbst. Und es stimmt: "Wir sind Peer" ist ein abgeschlossenes, in sich stimmiges Monument deutscher Indie-Songwriter-Kunst – verheiratet mit feinsinniger Instrumentierung –, welches nie etwas falsch macht, sich nie falsch anfühlt, obwohl es selbst nie Deckung nimmt und obszön gern im Feuer steht. Und durch Wahrheiten wie in "Schutzraum" strahlt das alles noch mal so hell wie ohnehin schon.

In drei Worten: Freiraum / Monument / Songwriter