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So war‘s in Münster: Auf der sicheren Seite

Wintersleep

Wintersleep begeistern in Münster mit ihrem stimmungsvollen Indie-Rock. Mehr Mut zu Neuem hätte dem Abend dennoch nicht geschadet.
Geschrieben am
04.05.2013, Gleis 22, Münster

Es ist einer der ersten warmen Frühlingstage im Jahr, summende Insekten kommen nur vereinzelt vorbeigeflogen, viele befinden sich wohl noch im Winterschlaf. Ein bisschen ähnlich verhält es sich an diesem Abend mit den Songs des 2012 erschienen Albums »Hello Hum« der kanadischen Band Wintersleep.

Während andere Bands meist ihrem aktuellen Album die Tour widmen, hält sich Wintersleep nicht an diese ungeschriebene Regel. Zweifellos ließe sich »Hello Hum« als gelungenes Album in die Reihe von grandiosen Vorgängern wie »Untitled« (2005) und »Welcome To The Night Sky« (2007) eingliedern, dennoch will sich die Band noch nicht so recht auf den Neuling in der Reihe verlassen. Vereinzelt tauchen die Songs des Albums in der Setlist auf, gut verpackt zwischen älteren Publikumslieblingen der beiden zuvor genannten Alben. Hiermit sieht man sich augenscheinlich auf der sicheren Seite. Wer allerdings gekommen ist, um sich von der Live-Wirkung des aktuellen Albums zu überzeugen, kriegt an diesem Abend nicht das, was er will. Sogar auf den sehr starken Eingangssong »Hum« verzichtet die Band an diesem Abend.

Viel verkehrt machen kann man mit dieser Taktik nicht, das ist unschwer an den positiven Reaktionen des Publikums auf nahezu jeden beginnenden Song zu erkennen. Schaut man sich während des Konzerts im gut besuchten Gleis 22 um, dann sieht man glückliche Gesichter, rhythmisch nickende Köpfe und ein zufriedenes Publikum. Dies ist auch die einzig logische Reaktion auf eine Band, die auf der Bühne alles gibt. Von schweißnassen T-Shirts über gerissene Gitarrenseiten bis hin zu Tränen, die über die Wangen laufen ist alles vertreten. Auch wenn Letzteres eher der Hitze zuzuordnen ist, bringt es doch einen gewissen Gänsehaut-Effekt bei den Lyrics von »Nothing Is Anything«: No one can ever take your place / and I can’t live my life without you, babe / nothing is anything without you, babe.

Ergreifende Momente kreieren, das schafft die Band sowohl auf der Bühne, als auch auf ihren Alben. Für die Zukunft wünscht man sich noch mehr Mut zu Neuem. Ein bisschen Zeit bleibt ja aber noch bis zum Sommer, um die übrigen Songs des 2012er Albums aus dem Winterschlaf zu holen.