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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Kingsdown Sundown«

Will Varley

Jeder Aktivist ein Gitarrist: Will Varley ist nicht der Erste und wohl auch nicht Letzte, der mit der Akustikklampfe gegen Missstände im Leben antritt. Auf »Kingsdown Sundown« nimmt sich der Brite dabei leider etwas zu ernst.
Geschrieben am
Einen Superlativ muss man Will Varley gönnen: Wer seine Tourneen mit Vorliebe zu Fuß bewältigt, dem ist zumindest der imaginäre Wanderpokal sicher, und bei über 500 zurückgelegten Meilen ist dann auch der Support-Slot für die Proclaimers nur konsequent. Mit gewitzt-ironischen Songs wie »King For A King« gibt Varley auf der Bühne auch gerne mal den witzelnden Entertainer. Davon bleibt auf »Kingsdown Sundown«, mit Ausnahme des bissigen »We Want Our Planet Back«, jedoch wenig übrig: Das vierte Album des Londoners ist inhaltlich wie musikalisch trübe und ernst; zu einem Gitarrenspiel, das an Nick Drake oder Jeff Buckley erinnert, singt und säuselt Varley von der Flüchtlingskrise, von Abschieden und verflossenen Beziehungen.

Gegen die einzelnen Songs ist wenig Konkretes zu sagen – vor allem, weil sie nach dem Hören meist direkt schon wieder aus dem Gedächtnis verschwunden sind. Man glaubt und gönnt Will Varley den Wunsch, auch einmal ein dermaßen ehrliches, kathartisches Album machen zu dürfen. Es ist dennoch schade, wenn der stärkste Eindruck, den »Kingsdown Sundown« hinterlässt, dann doch der seiner Schuhsohlen auf britischen Landstraßen ist.

Will Varley

Kingsdown Sundown

Release: 04.11.2016

℗ 2016 Will Varley under exclusive licence to Xtra Mile Recordings Ltd.