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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Bright Eyes, Johnny Cash und andere Re-Issues

Wiedergänger

Vergessene Perlen, ehrwürdige Klassiker und mehr: In der Rubrik »Wiedergänger« stellen wir regelmäßig Neuveröffentlichungen wichtiger Alben und andere Raritäten vor.
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Bright Eyes »A Christmas Album«

Vorsicht Meinung: Kaum etwas ist würdeloser als diese saisonalen Platten, mit denen Acts Zeit schinden wollen fürs nächste reguläre Album und dabei noch paar Euros abziehen. Ganz schlimm: das Weihnachtsalbum. Dennoch: Also hey, die Nummer hier von Bright Eyes ist wirklich ganz wertig. 2002 erschien es ursprünglich in limitierter Auflage zugunsten eines Aids-Projekts. »Silent Night« aus dem Verstärker von Conor Oberst? Überzeugend. Aber: Bitte nicht nachmachen!

 

 

Cabaret Voltaire »Red Mecca«

Komplett remastered wird nun auch das dritte Album der legendären Cabaret Voltaire einer neuen Generation (beziehungsweise dem ergrauten Plattensammler) zur Verfügung gestellt. Nervöse Rhythmen, industrielle Sounds, giftige Texte gegen Thatcher und Co. – »Red Mecca« war wohl das letzte große Album der Band, bevor der Auflösungsprozess und Stilwechsel Einzug hielten.

 

 

Johnny Cash »I Shall Not Be Moved«

Zu Ehren des zehnten Todestags des Mannes in Schwarz kann dieses Album wohl kaum erschienen sein. Handelt es sich bei den »raren« Songs doch nur um verworfene Versionen des Frühsechziger-Albums »Hymns From The Heart«. Das kann man nicht mal unter dem Deckmantel der Nostalgie ertragen, das ist einfach Leichen fleddernder Quark.

 

 

Damon »Songs Of A Gypsy«

Spekulationsobjekt Platte. Bevor die digitale Verfügbarkeit das Wertesystem der Musikindustrie auf den Kopf stellte, war jedem klar: Wer die richtige Originalpressung von anno dazumal hatte (am besten in Mint-Condition), der ist ein reicher Mann. Diese Zuschreibung hat sich wegen schmalerem Markt und eben MP3s gewandelt. So jemand ist heute vornehmlich ein ziemlicher Nerd. Denn nur ganz wenige Artist-Alben befinden sich wirklich noch auf dem Niveau der Blauen Mauritius. Dazu gehörte in jedem Fall das Werk des geheimnisvollen Künstlers Damon aus Denver in Colorado, dessen wahre Identität immer wieder auf den Musiker David DelConte verweist. Nun soll mit Höchstbeträgen auf eBay, die für »Songs Of A Gypsy« bereits gezahlt wurden, Schluss sein. Die längst fällige extended Doppelalbum-Neuveröffentlichung des Kults zwischen Weltmusik, Country und Folk ist wieder verfügbar und stößt darauf, dass hinter dem Sound eine ähnlich spannende Story liegt wie bei Sixto Rodriguez und dem Film »Searching For Sugar Man«.

 

 

Roky Erickson »The Evil One« / »Don’t Slander Me« / »Gremlins Have Pictures«

Zum fragwürdigen Anekdotenruhm des genialen Texaners zählt ja auch, dass seine diagnostizierte Schizophrenie in den Sechzigerjahren noch mittels Elektroschocks »therapiert« wurde. Vermutlich hat dieser Umstand aber nichts mit seinem weirden, psychedelischen Werk zu tun. Das hätte er garantiert auch ohne diese Tortur aufgerufen. Hier nun finden sich seine drei Achtzigerjahre-Alben neu aufgelegt – und im allgemeinen Psychedelic-Hype (Okta Logue und Ähnliche) ist es ein Genuss, hier mal einen Pionier der verrückten Garage so markant in Erinnerung gerufen zu bekommen.

 

 

Grizzly Bear »Shields Expanded«

Zum fragwürdigen Anekdotenruhm des genialen Texaners zählt ja auch, dass seine diagnostizierte Schizophrenie in den Sechzigerjahren noch mittels Elektroschocks »therapiert« wurde. Vermutlich hat dieser Umstand aber nichts mit seinem weirden, psychedelischen Werk zu tun. Das hätte er garantiert auch ohne diese Tortur aufgerufen. Hier nun finden sich seine drei Achtzigerjahre-Alben neu aufgelegt – und im allgemeinen Psychedelic-Hype (Okta Logue und Ähnliche) ist es ein Genuss, hier mal einen Pionier der verrückten Garage so markant in Erinnerung gerufen zu bekommen.