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So wars in Köln: Jeder kann alles

White Rabbits live

Die White Rabbits sind keine Freunde der großen Worte - machen aber trotzdem viel Tamtam. Florian Weber war in Köln dabei.
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Die White Rabbits sind keine Freunde der großen Worte - machen aber trotzdem viel Tamtam. Florian Weber war in Köln dabei.

31.05.2010 Köln, Luxor.

Die Band mit den zwei Drummern steht an diesem Montagabend bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr auf der Bühne des Luxors - im Februar noch als Vorband von Spoon, heute als Headliner. Wobei das mit den zwei Drummern sowohl unter-, wie auch übertrieben ist: Matt Clark, auf dem Papier der zweite Drummer, macht zwar im überwiegenden Teil des Konzerts seine Mätzchen am abgespeckten Steh-Drumset, manchmal wankt er aber auch im Stile von Eddie, dem Maskottchen von Iron Maiden, mit Tamburin in der Hand über die Bühne und fuscht Sänger Stephen Patterson im Piano herum. Oder er nimmt die Gitarre in die Hand und übernimmt tragende Melodien.

Auf jeden Fall ist er der heimliche Held der Band und kippt immer genau gerade dort eine Portion nach, wo gerade was gebraucht wird. Natürlich gewinnt er auch den internen Wettkampf um die ersten Schweißränder am Halsausschnitt der Oberkörperbekleidung.
Warum die White Rabbits die Band mit den zwei Drummern geworden sind? Schwer zu sagen. Es hätte auch die Band mit dem Piano, die Band mit den drei Gitarristen, die Band mit den vier Sängern oder die Band mit den drei Drummern werden können. Zwischendurch hacken wirklich drei Leute gleichzeitig auf den Trommeln im Rücken der Band herum, was einen Wahnsinnsdruck erzeugt. Man hat irgendwie das Gefühl, es könne irgendwie jeder alles in der Band, auch weil alles so souverän vorgetragen wird.

Dafür sind sie keine Freunde der großen Worte. Außer einem "Thanks for coming back" an die Besucher vom Februar kommt nicht viel rüber. Muss es aber auch nicht. Es ist endlich mal wieder ein Konzert, in dem zuerst die Musik kommt, und dann ganz lange gar nichts. Vor allem die Single "Percussion Gun" als Abschluss des regulären Sets schäumt so derartig über, dass man platzen möchte.



Das Luxor ist – typisch für einen Montag – so gefüllt, dass es einem der Band gegenüber gerade nicht unangenehm ist. Die paar Leute, die da sind, könnten aber auf einem dieser Konzerte gewesen sein, von denen zwei  Jahre später stolz erzählt wird, wenn mit den dazugekommenen Fans in irgendeine Mehrtausender-Halle wie das Palladium weiterzieht. Wobei man sich da bei den White Rabbits nicht so sicher sein kann: Vielleicht waren sie an diesem Montag auch einfach zu gut....

[tour artist=White Rabbits]