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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Endlich mal Heino bei Intro

What's the Buzz??

Heino covert Die Ärzte, Sportfreunde Stiller, Fanta 4, Rammstein – und nur die Anwälte und Pro7Sat1 können drüber lachen.
Geschrieben am

Medienprofis wissen Bescheid: Wenn man andere so weit provoziert hat, dass mit Klagen gedroht wird, muss man sich um die PR keine Sorgen mehr machen. Heino hat anscheinend gute Medienprofi-Berater an der Hand, denn hier geht diese Nummer ganz glänzend auf. Auf seinem kommenden Album (Achtung! Jetzt auch Gratis-PR von uns!) »Mit freundlichen Grüßen« covert er »Junge« von den Ärzten, »Haus am See« von Peter Fox, »Ein Kompliment« von den Sportfreunden Stiller, »Sonne« von Rammstein, »Kling Klang« von Kraftwerk Keimzeit (Danke an unsere aufmerksamen Leser!) und einige andere »Klassiker« aus dem Bereich deutschsprachiger Radiomusik. Das Konzept ist nicht neu, man denke beispielsweise an US-Crooner Pat Boone, wie er 63-jährig sein Album »In A Metal Mood: No More Mr. Nice Guy« veröffentlichte und sein Häkeldeckchen-Klientel damit schockte.

Damals, 1997, ging es allerdings um Konservative, die sich über die Geschichten und die Sprache von Metal-Songs aufregten. Selbstverständlich hat es die Bands selber überhaupt nicht gejuckt. Und genau das ist im Fall Heino in Deutschland völlig anders. Er konnte sein Album überhaupt nur machen, weil er weder Text noch Melodie an irgendeiner Stelle veränderte. Nur so brauchte er keine Freigaben, die er wahrscheinlich ohnehin nicht bekommen hätte.

Verkehrte Welt. Noch in den 80er Jahren war es in der deutschen Punkszene äußerst angesagt, sich am Oevre der Schlagerstars zu laben. Die Toten Hosen nannten sich dafür Die Roten Rosen und der Berliner Norbert Hähnel brachte als »Der wahre Heino« Singles wie »Blau blau blau blüht der Enzian« heraus, worauf er vom richtigen Heino wegen der Nutzung seines Künstlernamens verklagt wurde. Als er das Ordnungsgeld nicht zahlen konnte, musste Hähnel sogar in den Knast bis die Toten Hosen über ein Benefiz-Konzert das Geld zusammenhatten. Nun allerdings steht alles auf dem Kopf und Bands wie Die Ärzte oder Rammstein bilden das Establishment und der Boulevard schreibt von angedrohter Klage gegenüber Heino. Rache für damals oder führt Heino unter der Regie von Medienprofis eine fett gewordene, angebliche Gegenkultur vor?

Interessant ist in dem Zusammenhang Heinos Label: Starwatch Entertainment ist »das Musik- und Entertainment-Label der ProSiebenSat.1 Group« mit Künstlern wie Die Priester oder Joachim Witt – Medienprofis eben.

Passend zum Thema gibt es hier eine Top7 mit Schlager-Coverversionen.