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What?

Bodi Bill

Hoch über den Türmen der zu klangarchitektonischen Burgen aufgetürmten Stücke thront Fabians Stimme, sie umschwirrt die sperrigen Kompositionen wie ein Kolibri die Orchideenblüte.
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Autor: Jan Noll


Die Band als Baumkuchen: Seit ihrem ersten Album No More Wars von 2007 in ständiger Rotation begriffen, schichteten Bodi Bill Lage auf Lage, Liveshow auf Liveshow, Fan auf Fan und schwollen so beinahe still und leise zu einem massiven Brocken, der weit über die Grenzen ihrer Heimat Berlin hinaus als Delikatesse gehandelt wird. Ihr drittes Album What? setzt das Prinzip weiter fort, denn selten passiert hier ein Track nur auf einer musikalischen Ebene. Schicht auf Schicht türmen Fabian Fenk, Alex Amoon und Anton K. Feist ziselierte Electrobeats auf epische Gitarrenflächen, Pianotupfen auf Knarzbässe und Stille auf allerlei perkussiven Klimbim.

Hoch über den Türmen der so zu klangarchitektonischen Burgen aufgetürmten Stücke thront Fabians Stimme, sie umschwirrt die sperrigen Kompositionen wie ein Kolibri die Orchideenblüte. Das Trio hat sein kompositorisches Können auf What? mit Sicherheit auf die Spitze getrieben, fusioniert technoiden Kälteappeal, wärmenden Soul mit Folk und Rumba-Rhythmen. Das läuft dann manchmal Gefahr, mehr Mathematik als Musik zu sein. Hits wie I Like Holden Caulfield oder One Or Two sucht man – abgesehen vom technoid-spukigen Pyramiding – vergebens, findet dafür aber epische Werke wie das gebrochene Hotel oder das mit verschobenen Rhythmen aufwartende The Net. Und wer kann schon sagen, was besser ist.

In drei Worten: KUCHEN / TÜRMEN / ELECTRO-SOUL