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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Dave Hause

Wer wir sind

»Wer wir sind« - der regelmäßige Band-Steckbrief. Diesmal mit Dave Hause.
Geschrieben am

 

 

Genre Rock’n’Roll-Singer/Songwriter
Herkunft Philadelphia
Mitglieder 1
Besondere Vorkommnisse Mit 14 verbot ihm sein Vater das Stechen eines Ohrrings – denn das sei nur der Anfang, danach würde er sich sicher über und über tätowieren lassen. Dave widersprach damals, ist heute aber tatsächlich voll gestochener Bilder.
Aktuelles Album »Devour« (Rise Records / VÖ 08.10.13)


Du warst früher in der Band The Loved Ones. Wie unterscheidet sich das Leben als Solo-Artist von dem Treiben als Musiker in einer Band?
Also, ich wollte mich ganz bewusst dem Thema Musik an diesem gewissen Punkt vor einigen Jahren solo widmen. Also, Songs schreiben, aufnehmen, auftreten. Der Hauptunterschied dabei ist, dass ich bei einem Solokonzert die Stücke genau dahin bringen kann, wo ich sie gerade haben will. Das geht mit einer Band nur bedingt, da die Songs dort ja immer die Summe der einzelnen Teile sind. Allein aber kann ich sie ganz zurücknehmen oder sie total nach vorn spielen.

 


Nenne drei Dinge, die du anders machen wolltest mit deinem zweiten Soloalbum im Vergleich zum Debüt »Resolutions«.
Kein Problem. Erstens: Ich wollte eine Platte machen mit weit weniger, ja, am besten gar keiner Akustikgitarre – stattdessen einfach mehr Rock’n’Roll. Zweitens: Die Stücke sollten diesmal enger zusammenhalten. Drittens: Mit diesem Album wollte ich in meiner eigenen Historie diggen. Wo komme ich her und wie hat mich das beeinflusst – und wo geht es hin?

 


Wie wichtig sind Tattoos für dich – und für Rock’n’Roll?
Also, ich bin da schon sehr früh dran geraten – und ich kann es nur bedingt weiterempfehlen. Denn wenn man einmal damit begonnen hat, will man immer mehr. Mein Vater hatte mir, als ich 14 war, verboten, mir einen Ohrring stechen zu lassen mit den Worten: »Ein Ohrring ist ja nur der Anfang, danach willst du noch mehr und fängst an, dich über und über zu tätowieren.« Damals habe ich mich vehement mit ihm gestritten, heute muss ich zugeben, er hatte vollkommen recht ...

 


Der Song »Damascus« wirkt wegen der aktuellen Geschehnisse in Syrien sehr zeitverhaftet, allerdings geht der Text selbst doch eher in eine andere, in eine historische Richtung?
Stimmt. »Damascus« bezieht sich auf eine Story in der Bibel: Der Apostel Paulus erlebt eine Epiphanie auf seinem Weg zu diesem Ort – und kann wieder sehen. Die Metapher gilt auch für die Platte, daher steht das Stück am Anfang. Es beschreibt meine eigene Hoffnung, durch die Songs klarer sehen zu können.

 


Apropos Bibel und Glauben. Du hast einen weiteren Song mit dem Thema auf dem Album, »Becoming Secular«. Was hat es damit auf sich?
Da geht es um den Verlust des eigenen Glaubens. Ich wuchs auf mit dem Vertrauen in Dinge wie Ehe, Religion, den amerikanischen Traum, doch all das zerbrach für mich. Und es bricht mir das Herz, wenn ich mich vor dem Hintergrund solch zerstörter Ideale damit beschäftige, woran man noch glauben soll.

 

 

 

Wenn ich dein Album höre, ergeben sich für mich auch Querverweise auf Classic-80s-Rock aus den USA, sogar auf Acts, die mittlerweile eher als cheesy gelten, also Eddie Money, Starship oder Cheap Trick. Würdest du dem zustimmen oder mir eher eine reinhauen wollen?
Nein, da bin ich hundert Prozent dabei. Als Kind war ich sehr interessiert an populärer Musik, ich mochte Eddie Money, Rick Springfield, The Hooters und viele mehr. Das hat mich dann natürlich auch inspiriert – also textlich eher nicht, da bin ich auf einem ganz anderen Trip, aber musikalisch sind das großartige Songwriter, von denen man nur lernen kann.

 


Kommst du auf deiner Tour auch nach Deutschland?
Ja! Ich komme nach Europa: Großbritannien, Niederlande, Belgien, Italien, Österreich und Deutschland. Los geht’s Mitte November bis in den Dezember rein.