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So war’s in Köln: Gelebte Geschichte

»Welcome To Dillaville« mit Guilty Simpson, Slum Village u.a.

Mitglieder des engeren und weitläufigen Familienkreises erinnern an einen Visionär des Hip Hop. Guilty Simpson, Slum Village und andere laden ein nach »Dillaville«.
Geschrieben am

13.09.2013, Köln, Essigfabrik

 

Vielleicht war es nicht der cleverste Schachzug, diesen Abend so massiv unter dem »J Dilla Tribute«-Banner zu bewerben. Wie anders, als durch die Angst vor der Geschäftemacherei mit einem großen Namen, könnte man sich erklären, dass bei diesem hochkarätigen Line-Up zu Beginn des Abends nur grob geschätzt 150 Menschen in der Essigfabrik mit den Köpfen wackeln. Dabei ist dies hier ein Gala-Abend in Sachen HipHop-Geschichte der ausklingenden 90er und frühen 2000er, von Etikettenschwindel keine Spur. Die Künstler des Abends kannten den zu Ehrenden persönlich, arbeiteten mit ihm zusammen und verdanken ihm einige Höhepunkte der eigenen Laufbahn. Das Motto kann daher nur lauten: It’s a family affair!

»Make some motherfuckin’ noise if you love J Dilla«, skandiert nicht nur Guilty Simpson bei seinem ebenso frühen, wie überzeugenden Set gegen halb neun. Die Liebe ist im Raum und wird geteilt. Auch die anschließende Show von Frank N Dank  ist ein Paradebeispiel in positivem Denken, made in Detroit. Die beiden beleibten Charmebolzen zeigen sich als große Entertainer, verteilen Shout-Outs an alle Weedsmoker und Ladies im Publikum und haben die mittlerweile deutlich angewachsene Zuschauermenge locker im Griff.

 

Im Anschluss darf Illa J, der jüngere Bruder von J Dilla, einige Stücke seines R’n’B-beeinflussten Solo-Katalogs präsentieren, bevor seine beiden Kompagnons T3 und Young RJ hinzukommen und das aktuelle Outfit von Slum Village komplettieren. Das Trio scheint bestens aufgelegt und freut sich über die freundlich euphorische Stimmung im Raum. Streit und Missgunst waren gestern, heute gehört der kollektiven Musikerfahrung. Das erfährt wenig später auch Slimkid3, Gründungsmitglied von The Pharcyde, der die Parts zu einigen Klassiker seiner ehemaligen Crew noch immer mit souveräner Lässigkeit beherrscht. Es passt zur entspannten Atmosphäre des Abends, dass er nach seinem kurzen Auftritt in der ersten Reihe zu finden ist und sich von dort den finalen Auftritt von Illa J und Frank Nitt (Frank N Dank) alias Yancey Boys anzusehen. Die beiden beenden mit ein paar weiteren J Dilla-Produktionen eine gut zweistündige Rap-Revue.