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Easy

Wechsel Garland

Will man die genrespezifischen Eckdaten von Wechsel Garland halbwegs aussagekräftig beschreiben, so muss man sich angesichts dieses eigenwilligen, Karaoke-Kalk-typischen Sounds ganz schön ins Zeug legen. Oder einfach nur "easy" säuseln, denn dieses Album ist so leicht, dass es beim Versuch der Bes
Geschrieben am

Will man die genrespezifischen Eckdaten von Wechsel Garland halbwegs aussagekräftig beschreiben, so muss man sich angesichts dieses eigenwilligen, Karaoke-Kalk-typischen Sounds ganz schön ins Zeug legen. Oder einfach nur "easy" säuseln, denn dieses Album ist so leicht, dass es beim Versuch der Beschreibung davonfliegt. "Feel free, make it easy, the lightest white is breathing and the darkest black becomes brown", singt Jörg Follert, und aus dem Hintergrund entspannt gezupfter Gitarren und dem Pling Pling eines Glockenspiels scheint es zu tönen: "Du sagst es, Bruder." So ungefähr ist die Grundstimmung. Nach den Projekten Saucer und Motel, nach Follerts ersten, noch halbwegs beatlastigen Veröffentlichungen auf Karaoke Kalk, nachdem das Projekt Wunder recht abstrakt ausfiel, nach drei Wechsel-Garland-Alben, der Zusammenarbeit mit Sohichiro Suzuki (World Standard) und unzähligen Remixen, die Follerts Japan-Affinität zeigten, geht es nun with a little help from Yvonne Cornelius (Niobe), Natalie Beridze (tba), Adam Butler (Vert) und dem argentinischen Songwriter Gustavo Cerati darum, alles, was lose als Verweis, Einfluss und Geschichte herumliegt, zusammenzufügen. "Easy" wechselt galant zwischen chilligen Jazzreferenzen, fingerschnippenden Swingsounds und sampelnder Minimalästhetik, wobei man nie weiß, in welche Richtung das Songkonstrukt in der nächsten Sekunde umschlagen wird. Doch trotz aller musikalischen Ausgefuchstheit: So viel Gesang und Song, so viel gute Laune und Leichtfüßigkeit gab es noch nie bei Herrn Follert. Hoffentlich wird diese Stimmung bis zur Schlauchbootsaison halten, denn dafür scheint sie wie gemacht.