×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Angelika Express und die Sinnkrise

Was bin ich?

Kaum eine andere Band bemüht sich derzeit so tapfer um Kommentare zum Zeitgeschehen wie Angelika Express. Nicht dass es hier um selbstverliebte Binsenweisheiten, düstere Endzeitpostulate oder realitätsvergessene Parolen zur ewigen Jugend ginge, es dreht sich vielmehr um das Dilemma der eigenen Ident
Geschrieben am

Kaum eine andere Band bemüht sich derzeit so tapfer um Kommentare zum Zeitgeschehen wie Angelika Express. Nicht dass es hier um selbstverliebte Binsenweisheiten, düstere Endzeitpostulate oder realitätsvergessene Parolen zur ewigen Jugend ginge, es dreht sich vielmehr um das Dilemma der eigenen Identität. Unter dem Strich bleibt zur Selbsteinschätzung nur die vorsichtige Feststellung "Ich bin kein Amerikaner". Das taugt nicht unbedingt, um auf die Fahnen der Revolution gedruckt zu werden, aber es reicht für den Titel der heute erscheinenden EP des Trios aus Köln.

"Geh doch nach Berlin" war ja auch so ein Spruch, der fühlbar in der Luft lag (außerhalb der Spreestadt jedenfalls). Niemand kann was gegen die Hauptstadtflucht tun, also bleibt nur der Trotz wie ein Fleck an der Wand zurück. Und als wäre das nicht Jammertal genug, kommt auch noch der Krieg und der brandmarkende Spruch vom "Old Europe". Doch während Mia. in berlin-zentristischer Selbstsicherheit die Zeichen der Zeit für eine Neubelegung des Nationalstolzes gekommen sehen, liegt Köln dagegen auf Seiten der Skepsis: "auf der Suche nach einem neuen Stil".

Work in Progress also. "Wo soll ich jetzt bitte hin?" Klar, einfach nur "nö" sagen ist nicht weiter schwer. Und der Applaus wird beim nächsten "nö" schon weit verhaltener sein. Antiamerikanisch alleine wird die Welt eben auch nicht gesund, das haben Angelika Express schon jetzt gemerkt. Und "ich wollte eigentlich nach Hause / im internationalen Sinn" lässt ausrichten, dass die traditionell linken Rezepte auch ab und an mal zu überdenken sind.

Nun ja, ab heute stehen die Fragen frei verkäuflich im Raum. Fünf Tracks voll druckvollem Zaudern, das sich einmal "Yeah" spart und ein "ist es das schon?" drauflegt. Reinhören kann man hier, die Mikrosite zur EP findet sich hier, die offizielle Angelika-Express-Site liegt hier und hier ist auch noch eine super Fanpage.