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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»We Fucked A Flame Into Being«

Warhaus

Der Sänger der belgischen Indie-Pop-Band Balthazar wendet sich mit seinem neuen Projekt Warhaus der Liebe mit all ihren düsteren und abgründigen Schattenseiten zu.
Geschrieben am
Wenn sich Maarten Devoldere (hauptberuflich Frontmann der belgischen Indie-Rock-Formation Balthazar) zu einer romantischen Geste hinreißen lassen würde, dann würde er wohl schwarze Rosen hinter seinem Rücken hervorzaubern. Oder eine Zeichnung mit Blutspritzern. Es ist die gefährliche und morbide Seite der Liebe, der er sich auf seinem Solodebüt als Warhaus zuwendet. Schuld und Sühne, Verachtung, unterkühlte Lust – Leichtigkeit und wirkliche Verbundenheit haben in diesen Songs kaum Platz. Stattdessen ist das Setting der zehn Lieder stets tragisch.

Doch auch wenn Amor hier angeschlagen wirkt, zieht die Platte den Hörer nicht runter, sondern entfaltet eine verruchte Atmosphäre, die allein wegen ihrer Klangästhetik einfach gehört werden muss. Leonard Cohen stand hier Pate, genauso wie die Laszivität einer Jane Birkin. Die späte 1960er-Ästhetik wird nicht als nostalgischer Verweis, sondern als Mittel zum Fortschritt eingesetzt. Statt im schwelgerischen Schönklang unterzugehen, erinnert »We Fucked …« an die mittlerweile etablierten Modernismen von Danger Mouse. All diese Mittel wirken genauso stilvoll wie unterhaltsam. Und selbst wenn die düsteren Noir-Liebesgeschichten nur Pose sind, reichen sie für ein solides und eigenständiges Album.

Warhaus

We F****d a Flame into Being

Release: 02.09.2016

℗ 2016 Warhaus under exclusive license to Play It Again Sam

Warhaus »We Fucked A Flame Into Being« (PIAS / Rough Trade)