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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Die Nachlese mit Benner & Winter

Walter Schreifels live

Nach dem viel zu kurzen Gastspiel im Vorprogramm von Kumpel Olli Schulz kam der umtriebige Walter Schreifels nun auch noch mal solo und akustisch bei usn in Köln vorbei.
Geschrieben am
16.03.07, Köln, Stereo Wonderland.

Jan Benner: Herr Winter, was war los?
David Winter: Wie, was war los?

Jan Benner: Wo waren sie? Wir waren am Freitag doch verabredet und wollten zu Walter Schreifels.
David Winter: Ja, ich weiß. Es ließ sich nicht ändern. Der Umzug. Dafür bin ich jetzt endlich offiziell Kölner, auch wenn das mein Fehlen nicht rechtfertigt.

Jan Benner: Dabei hatten sie sich doch so gefreut. Sie waren ja der Meinung gewesen, dass Schreifels bei seiner Show zusammen mit Olli Schulz zu wenig Zeit auf der Bühne hatte.
David Winter: Ja, richtig. Deswegen wollte ich mir den Herrn auch gerne mal in etwas intimerer Atmosphäre anschauen. Das Stereo Wonderland war sicher pickepackevoll, oder?

Jan Benner
: Um nicht zu sagen: ausverkauft. Da ging gar nichts mehr. Es mussten auch einige Leute unverrichteter Dinge wieder abziehen.
David Winter: Herr Benner, sie sind ja in der Hinsicht ein alter Hase. Wieviele Male haben sie Walter jetzt schon gesehen?

Jan Benner: Mit Freitag vier Mal. Als er das erste Mal im Underground gespielt hat konnte man dem Publikum noch anmerken, daß es nicht so recht wusste, was auf es zukam. Mittlerweile hat sich das natürlich rumgesprochen. Und ich muß sagen, im Stereo Wonderland läuft er immer zur Hochform auf. Das war vor gut einem Jahr so und das war am Freitag wieder so.
David Winter: Jetzt spannen sie mich nicht auf die Folter. Habe ich was verpasst?

Jan Benner: Was für eine Frage. Natürlich haben sie das. Zunächst einmal war der Laden, wie gesagt, rappelvoll. So was sorgt ja immer für Stimmung. Dann war das Publikum schön bunt gemischt. Man konnte schon den Eindruck gewinnen, daß einige Leute wegen der Tour mit Olli Schulz mal einen Blick riskieren wollten. Und dann ist da natürlich der Künstler selbst. Herr Schreifels schafft es immer wieder die Massen wunderbar zu unterhalten. Immer mit einem Augenzwinkern. Sicher, mit dem, was der Gute früher gemacht hat, hat das alles herzlich wenig zu tun. Walter steht nur mit seiner Akustikgitarre auf der Bühne und gibt seine Songs zum besten...
David Winter: ...also genauso wie im Schulz-Vorprogramm...

Jan Benner: ... richtig. Keine Veränderung. Nur kann er durch den kleinen Laden viel besser mit dem Publikum kommunizieren. Stellen sie sich mal vor, er unterbrach einfach ein Lied, weil er zu interessiert einem Gespräch zwischen zwei Konzertbesuchern gelauscht hatte, die vorne an der Bühne standen. Es war übrigens das Lied über sein gestohlenes Fahrrad.
David Winter: Ja, die Geschichte, die habe ich mir ja schon hundertmal von ihnen anhören dürfen. Eigentlich wollte ich sie gerne mal von Herrn Schreifels persönlich erzählt bekommen.Jan Benner: Tja, da wären sie am Freitag allerdings auch nicht auf ihre Kosten gekommen, da hat er sich die Story nämlich gespart. Aber das ist auch besser so. Je öfter man solche - durchaus lustigen - Geschichten zu hören bekommt, desto mehr Abnutzungserscheinungen gibt es. Insofern war es schön zu hören, daß das Hauptaugenmerk bei der Songauswahl zu Beginn nur auf Stücken lag, die er extra für seine Akustikshows komponiert hatte. Denn da hat er schon einiges im Köcher. Ob es jetzt persönliche kleine Geschichten sind oder seine Erfahrungen beim Campen oder Fliegen oder seine Betrachtungen über Musiker, die in Ökoläden arbeiten. Erst später kamen dann die ganzen Hits seiner Bands Gorilla Biscuits, Quicksand, Rival Schools und Walking Concert.
David Winter: Was gab's denn an Klassikern zu hören? Schließlich wurde seine Show ja früher immer als "Walter sings the hits" angekündigt.

Jan Benner: Nun, er hat sich schon ein wenig zurückgehalten und im regulären Programm nur Sachen von Rival Schools und Walking Concert eingestreut. Erwähnenswert vielleicht noch ein Medley aus Sick Of It All-Songs, das mit einem Smiths-Song endete. 'High Hopes' gab's auch noch. Aber am Ende kam dann das Zuschauer-Medley...
David Winter: Das Zuschauer-Medley?

Jan Benner: Das hat er bei der letzten Show im Stereo Wonderland auch schon gemacht. Ein Medley auf Zurufe aus dem Publikum. Dieses Mal gab's 'Unfulfilled', 'Start Today', 'Mustang Forward', 'Sexy Back' und, ich glaube, 'Landmine Spring'. Sie sehen, eine sehr große Bandbreite. Noch besser war allerdings das Gespräch mit dem Publikum, während er sich Vorschläge für das Medley abholte. Ein echtes Erlebnis.
David Winter: Ach schade, da wäre ich wirklich gerne dabei gewesen. Aber die Chance besteht ja sicherlich, daß er noch einmal solo nach Köln kommt. Aber im Sommer kommt er ja erstmal mit den alten Kollegen zur Gorilla Biscuits-Reunion Tour.

Jan Benner: Was?! Da gehen wir aber hin!
David Winter: Aber natürlich.



instant street war auch da und findet: "Ein überaus sympathischer, gutgelaunter und gewitzter Walter Schreifels, hübsche eigene Akustiksongs und tolle Coverversionen von Quicksand und Rival Schools-Stücken. Ganz toller Abend!"