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Sowas von gern geschehen

Voxtrot live

Voxtrot-Songs sind allesamt randvoll geladene Minimanöver, die unverschämt Eingängiges lächerlich hoch aufeinander türmen, um dann nach den obligatorischen 3,5 Minuten abrupt zu stoppen und einen taumelnd zurückzulassen wie ein Kind auf Zuckerentzug. So gesehen geriet das Berliner Konzert zu einer Art Ausflug auf den Rummelplatz.
Geschrieben am
03.03.07, Berlin, Mudd Club.

"Ja, wir haben ein Album fertig, und rauskommen wird es auch!" sagt Sänger Ramesh Srivastava von der Bühne aus. Das ist so eine Art In-Joke. Voxtrot ist nämlich eine amerikanische Popgruppe (im besten Sinn des Wortes), der 2006 zumindest in ihrem Heimatland eine beinahe affenartige Medienaufmerksamkeit zuteil wurde, bei der jeder neue Single-Release, mit dem einen die Band vertröstete, ekstatisch abgefeiert wurde. Dass die überhaupt vor VÖ in Deutschland auftreten, statt sich zuhause noch etwas feiern zu lassen, ist noch so ein Witz, auch wenn Ramesh behauptet, die meiste Übersee-Fanpost käme von hier.

Srivastava ist ein schlanker Mensch mit einer futuristischen weißen Haarsträhne in seiner George Michael-Frisur, er grinst gerne und hat eine schöne Stimme. Für die Songs seiner gutgelaunten Band gilt, was man Mitte der Neunziger auch schon über Superchunk sagte: "More hooks than a fishing boat". Und der gemütliche Mudd Club ist die perfekte Bühne, um den funkelnden Earcandy mal an den Eingeborenen zu testen. Mit 'Mothers, Sisters, Daughters And Wives' eröffnet ein Song das kurze Set, der 2006 schon klandestin auf deutsche Indie-Floors geschmuggelt wurde, um dünne Jugendliche, die eigentlich nur tanzen wollten, ganz karussellig zu machen. Hier genauso. Ramesh wirbelt über die Bühne, als hörte er seine eigenen Songs zum ersten Mal, und weil er nicht weiß wohin mit seinen Armen, porkelt er hin und wieder etwas in der niedrigen Decke rum, dass der Putz nur so rieselt. Von der neuen (selbstbetitelten) LP kommen auch einige fertige Stücke zur Aufführung, doch die frenetisierten Bescheidwisser im Publikum fetzen nach dem Konzert die Setlists so schnell von der Bühne, wie man gar nicht gucken kann. Ich kann also nicht sagen welche.

Voxtrot-Songs sind allesamt randvoll geladene Minimanöver, die unverschämt Eingängiges lächerlich hoch aufeinander türmen, um dann nach den obligatorischen 3,5 Minuten abrupt zu stoppen und einen taumelnd zurückzulassen wie ein Kind auf Zuckerentzug. Das gilt für 'Fast Asleep' genauso wie für die Single 'Your Biggest Fan', deren Vinylexemplare am Merch-Stand samt und sonders aufgekauft werden. Grabsch! Hier verabredet sich Ramesh mit uns für nach dem Konzert, denn er will "ein paar neue deutsche Freunde gewinnen". Wir selber sind natürlich nicht direkt neu, kommen dem Ersuchen allerdings gerne nach, denn der Typ bringt es halt fertig, seinen Charme unumwunden zur neuen, einzig gültigen Währung zu machen. Als er sich nach einem Song kurz beim Publikum bedankt, murmelt ein Junge neben mir "Aber so was von gern geschehen!" und ein Mädchen daneben sagt "…sieht sogar ganz schnittig aus!" Als Ramesh sich gegen Ende nach einem Tanzlokal erkundigt, das man nach der Show noch gemeinsam besuchen könnte, werden ihm gleich mehrere Zettelchen ausgehändigt. Die Songs würden ihm langsam ausgehen, flunkert er, und jemand aus dem Publikum schlägt 'Dancing In The Streets' vor, das könnte man ja kennen. "Dancing In The Dark?" lacht Ramesh, "mögt ihr hier in Deutschland etwas Bruce Springsteen?" Und dann spielt er noch so einen Song, einen ganz leisen, für den Tunnel of Love.



Und auch very_british war da: "War soooo fantastisch. Soooo fantastisch. Soooo... soooo toll.
Ramesh ist ein absolutes Energiebündel, und ließ sich sogar zu einer zweiten Zugabe solo mit Gitarre überreden. Er spielte einen neuen Song vom Album (kommt am 22. Mai). Den Rest kannte man eigentlich von den drei EPs. Wobei spannend ist, dass auch die Sachen von "your biggest fan" überhaupt nicht gegenüber den beiden großartigen ersten EPs abflachten, die waren live einfach auch nur super. Hach. Hach. Hach.
"

kirschstern aber sagt: "also ich fands in Berlin vor allem kurz. ansonsten ganz anständig. nichts unvergessliches, aber ein solides Konzert mit tollen Songs. Obwohl einer der neuen sehr schräg klang."