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Voxtrot

Voxtrot

Dass Voxtrot-Sänger Ramesh Srivastava einige Jahre in Glasgow gelebt hat, glaubt man ihm sofort. Dass er dort angeblich ausschließlich auf Raves herumgehangen habe, sorry, aber das nun so gar nicht. „Wahrscheinlich laufen Einflüsse auf einer subtileren Ebene ab, als man immer glaubt“, sagt Ramesh, d
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Dass Voxtrot-Sänger Ramesh Srivastava einige Jahre in Glasgow gelebt hat, glaubt man ihm sofort. Dass er dort angeblich ausschließlich auf Raves herumgehangen habe, sorry, aber das nun so gar nicht. „Wahrscheinlich laufen Einflüsse auf einer subtileren Ebene ab, als man immer glaubt“, sagt Ramesh, der drei Jahre in Britains third City beim Literaturstudium zugebracht hat, während seine Band Voxtrot zu Hause in Texas erst mal auf Eis lag. Aber es hätte doch alles so schön gepasst: die Delgados-, Belle&Sebastian-Referenzen, die Zerbrechlichkeit der verehrten Ballboy. Die Summe der einzelnen Teile: die unbeirrte Suche nach dem perfekten Popsong also – und genau die bekam man ja schon seit einigen Jahren besonders überzeugend aus dem Norden der britischen Insel serviert. Okay, also streichen wir diesen Punkt von der Vorurteilsliste, damn it. Denn soundmäßig kann man sich eigentlich ganz gut vorstellen, wie die fünf Herren im Nice & Sleazy ihre Pints trinken und bei Monorail ein Schaufensterkonzert spielen. Mit ihrem ersten Longplayer „Voxtrot“ im Jutesack werden sie das ohnehin in nächster Zeit öfter tun, anyway. Denn nach dem, ja-man-möchte-fast-sagen, Underground-Smashhit „Raised By Wolves“ und der von NME und BBC gleichermaßen abgefeierten EP „Mothers, Sisters, Daughters And Wives“ geht es jetzt großflächiger weiter. Und dann auch das noch: Eigentlich sind alle Bandmitglieder ausgebildete, ja, gar diplomierte Musiker. Dass Songwriterkurse und Musiktheorie ihnen nichts anhaben konnten, ist erstaunlich und zeugt von der Eigenständigkeit dieser Band. Denn Voxtrot sind alles andere als ein verkopftes Artschool-Produkt. Stattdessen sind sie getrieben von einer monumentalen Rastlosigkeit und Verlorenheit, wie sie auch Morrissey und kürzlich den großartigen The Organ nicht fremd sein dürfte. In Glasgow heißt das longing.