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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Rückblick: Oasis »Definitely Maybe«

Vor zwanzig Jahren

Wir blicken anlässlich des 20-Jährigen Jubiläums von »Definitely Maybe« (Sony / VÖ: 26.08.1994) zurück - und finden eine frühe Form unseres jetzigen »Spalter«-Formats, dessen Autoren-Angabe leider im schwarzen Loch unseres CMS' verschollen ist.
Geschrieben am

Autor: Intro

Pro: Oasis sind die Entdeckung des Jahres!!! In der englischen Presse wurden sie derart mit Vorschußlorbeeren bedacht, daß man schon befürchten mußte, es handele sich mal wieder lediglich um einen Sauregurkenzeithype. Doch weit gefehlt, denn erstens gab es dieses Jahr zum allererstenmal in der Geschichte der Rock- und Popmusik kein Sommerloch, und zweitens sind OASIS wirklich das Ding. Und wer meint, dass die besseren Briten schon seit geraumer Zeit aus Amerika kommen, den wird »Definitely Maybe« vielleicht definitiv eines Besseren belehren. OASIS sind die Essenz des Brit-Pop à la RIDE, LUSH, SWERVEDRIVER schlechthin. Songorientiert, melodiös, gitarrenlastig psychedelisch bringen sie es elfmal definitely auf den Punkt.

Contra: Mein Tip for the Top, jede Wette. (Und ich will Joachim Henn heißen, wenn das keine Titelstory ist.) Supersonic! Ralf von der KolkLeider wird mit Oasis wieder mal der Prototyp einer gesichtslosen Band abgefeiert. Gesichtslos deshalb, weil hier Menschen am Werk sind, deren Ohren (was die aufmerksame Widmung ihrer Plattensammlung angeht) größer sind als ihr Songwriteresprit. Die neuen Beatles, daß ich nicht lache. Denn »Definitely Maybe« verdeutlicht nicht mal vielleicht, sondern definitiv, daß hier keine Einflüsse zu einem eigenen Stil verarbeitet wurden (das hat der Produzent nur versucht zu übertünchen), sondern richtiggehend geklaut, zitiert wird. Und zwar bei T. Rex (»Bring It On Down« = »Get It On«) sowie Suede (»Slide Away« = »Animal Nitrate«) und anderem Konsortium. Gitarrensound, Rhythmus + Melodie, Gesangeinsatz, alles vollständig identisch. Kann ich mir ja gleich 'nen Sampler kaufen. Außerdem sollte es mich wundern, würden die in einem Jahr nicht wieder ausschließlich Platten hören. Besser wär's allemal. Natürlich gibt es eine handvoll (vielleicht auch sogar noch ein paar mehr) wirklich grandioser britischer Bands. Die aber werden nie einen Titel haben. Ausnahmen bestätigen die Regel... Der Gescholtene.

 

Aus Intro #17 (September 1994)