×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Voodoocult

Voodoocult

Nach deutlich kürzerer Vorbereitungszeit liefert das zweite Ich des laut Eigenurteil höchstschizophrenen PHILLIP BOA bereits ein Jahr nach dem allenfalls durchschnittlichen "Debüt" eine merkliche Leistungssteigerung in der A- und B-Note. BOA scheint sich mittlerweile mit seiner neuen Rolle als Kopf
Geschrieben am

Autor: intro.de

Nach deutlich kürzerer Vorbereitungszeit liefert das zweite Ich des laut Eigenurteil höchstschizophrenen PHILLIP BOA bereits ein Jahr nach dem allenfalls durchschnittlichen "Debüt" eine merkliche Leistungssteigerung in der A- und B-Note. BOA scheint sich mittlerweile mit seiner neuen Rolle als Kopf (= Shouter) einer Metal-Fraktion angefreundet zu haben. Seine zum Teil frappierende Unsicherheit, derer man vor allem bei den synthetischen Live-Auftritten im vergangenem Jahr gewahr werden konnte, scheint gewichen. Nach wiederholten Umbesetzungen und damit einhergehend auch einer starken Subtrahierung der Namhaftigkeit einzelner Mitglieder (Dave Lombardo, Chuck Schuldiner und Waldemar Sorychta sind nicht mehr dabei) erscheint der VOODOOCULT mehr denn je als Einheit (= Band) denn als BOAs Lieblings-Zeitvertreib im Schatten seines VOODOOCLUBs. Die Tatsache, daß letzterer momentan wieder mal deaktiviert ist, verschafft(e) Herrn BOA einen größeren Freiraum, um sich ganz und gar der Aufgabe hinzugeben. Stand bei "Jesus Killing Machine" noch die pure Wut im Vordergrund, ist es beim selbstbetitelten zweiten Output eher die Homogenität, die das Album als Ganzes ausmacht. Dies gilt sowohl für den deutlich transparenteren Sound als auch (und vor allem) für einen strukturerweiterten Stilhorizont. "Voodoocult" ist im Grunde ein echtes Crossover-Album geworden. Dabei wurde mit Ausnahme des Prügelschlußtenors "Electrified Scum" mit einer ausgewogenen Mischung aus Metal- und Popelementen gearbeitet, d.h. die Härte des Gitarrenbretts und der zerfransten Stimme Phillips paart sich auf gelungene Weise mit den eingängigen Hooklines und melodischen Refrains. Extrem BOAeske Arrangements wie "King Of The Beautiful Cockroach" (bei dem Frau Pia sogar im Background piepsen durfte) werden mit angemessener Geschwindigkeit aufgedreht und mit fetter Dynamik und entsprechendem Rückgrat versehen. Ganz nebenbei kommt auch mal eben noch Ex-FAITH NO MORE-Gitarrero Jim Martin zum Einsatz, und letztendlich bleibt doch der Eindruck, ein ordentliches Album von PHILLIP BOA & THE VOODOOCULT gehört zu haben, so eindeutig sind die Rollen verteilt.
Fazit: Metal für Popper oder Pop für Metaller, wie man nun will. In jedem Fall aber konsumfreundliche Härte für Millionen!