×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Tromatic Reflexxions

Von Südenfed

Was für eine Konstellation: Mark E. Smith und Mouse On Mars! Wer hätte gedacht, dass die deutschen Elektroweirdos Andi Toma und Jan St. Werner mal mit der Fall-Ikone kollaborieren würden? Die Sprache ist von einem Bandprojekt mit Zukunft, Tour und Nachfolgealbum sind schon eingeplant. Bereits die Wa
Geschrieben am
Was für eine Konstellation: Mark E. Smith und Mouse On Mars! Wer hätte gedacht, dass die deutschen Elektroweirdos Andi Toma und Jan St. Werner mal mit der Fall-Ikone kollaborieren würden? Die Sprache ist von einem Bandprojekt mit Zukunft, Tour und Nachfolgealbum sind schon eingeplant. Bereits die Wahl des Namens Von Südenfed verdeutlicht, dass sich die glorreichen drei gleichwertig gegenübertreten. Bewusst wurde auf ein Featuring-Attribut verzichtet, um keinen der Musiker besonders herauszustellen oder gar abzuwerten. Mark E. Smith versteht die Band gar als ein Familienprojekt. Weshalb der Name St. Werners Herkunft aus dem Süden Deutschlands und das im angloamerikanischen Raum populäre Hustenmittel Sudafed vereint, das dem einen oder anderen aus „Ulysses“ bekannt sein dürfte. Demgemäß schlüpft Smith bei dem Song „Family Feud“ in die Rollen verschiedener Familien-Mitglieder, zwischen denen er lautstark zu vermitteln versucht. Überhaupt zeigt Mark E. Smith eine sichtliche Wandlungsbereitschaft. Er überrascht mit leisen, für ihn auffallend sanften Melodiefragmenten, unter denen sein Jähzorn und seine Schnoddrigkeit fast verschwinden, und tritt in einen eigenwilligen Dialog mit der Musik des Mouse-Duos. Oder er lässt seinen Gesang sampeln, ihn von den Metamusikmaschinen der Soundfrickler zerhacken und durch allerlei Effektgeräte jagen. Hier treffen sich drei ganz erstaunliche Musiker und vereinen sich zu einem experimentierfreudigen Trio, das Melodie und Klang, Musik und Text in die Einzelteile zerlegt, um sie unter Spannung zu setzen. Das komplette Album pulsiert vor Energie, wie sie allein bei einer Karambolage dreier solch monolithischer Musiker entstehen kann. Punk, Electroclash – keine der Bezeichnungen wird Von Südenfed gerecht. Auf den Punkt bringt es St. Werner selbst: „Ich denke, es ist mittlerweile unwichtig, auf welches Jahrzehnt man sich bezieht oder ob man die coolsten Breaks oder elektronischen Spielereien hat. Das Einzige, was jetzt noch zählt, ist die Energie.“