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Voivod

Voivod

Was waren das doch für Zeiten, als eine Voivod-Platte die absolute Zierde einer jeden Metal-Plattensammlung war, von wegen avanciert-avantgardistisch verfeinerter Musikgeschmack und so? Nach dem unglücklichen Zwischenspiel mit dem prollig-bösen Eric Forrester, der den filigranen Genießer-Sound auf c
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Was waren das doch für Zeiten, als eine Voivod-Platte die absolute Zierde einer jeden Metal-Plattensammlung war, von wegen avanciert-avantgardistisch verfeinerter Musikgeschmack und so? Nach dem unglücklichen Zwischenspiel mit dem prollig-bösen Eric Forrester, der den filigranen Genießer-Sound auf chartskompatiblen Brutalo-Thrash trimmen wollte, steht die Band jetzt wieder da wie eine Eins: im Original-Line-up, bloß mit Jason Newsted am Bass. Spitze – dann könnte es ja eigentlich wieder lustig da weitergehen, wo man 1993 mit “The Outer Limits” aufgehört hatte: bei diesem absurd komplizierten, mit Breaks und Tempowechseln und sperrigen Harmonien überladenen Gitarre&Bass-Leser-Prog-Metal, für den man Voivod immer so geliebt oder (angesichts ihrer perfektionistischen Selbstzucht) bemitleidet hatte. Natürlich prahlt auch das neue Album mit Mucker-Mucke bis zum Abwinken, ist aber insgesamt vergleichsweise simpel und konsumfreundlich ausgefallen – etwa die Erblast aus Newsteds AOR-Vergangenheit bei Metallica? Ausrutscher wie dieses profane Gerocke auf “I Don’t Wanna Wake Up” lassen das ansonsten gute, wahnige Science-Fiction-Gefrickel leider sofort wieder auf den Boden der Normalität klatschen. Und da gehört diese Band als Letzte hin. Ähnlich Hausbackenes liefern Anthrax ab. Wer die letzten drei oder vier Platten der Metal-Veteranen nicht verpasst hat, ahnt vielleicht schon, was ihn auch hier erwartet: ein prall gefüllter Sack voller Nackenbrecher, Speedgranaten, Killerriffs, Gitarrenwände und dergleichen mehr. Solides Songwriting, angenehme Grooves, Hooks, die zum Mitsummen einladen. Okayes Alterswerk. Die Jungs müssen sich nichts mehr beweisen.