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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Whistleblower

Vladislav Delay

Vladislav Delay ist Schlagzeuger – Info an alle, die das noch nicht wissen. Rhythmische Elemente ziehen sich als roter Faden durch „Whistleblower“, das in erster Linie die typischen, weit ausholenden Klangflächen nach vorne holt. Eine stoisch eingeklopfte Tom-Tom, der tickende Wecker oder die mal tr
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Vladislav Delay ist Schlagzeuger – Info an alle, die das noch nicht wissen. Rhythmische Elemente ziehen sich als roter Faden durch „Whistleblower“, das in erster Linie die typischen, weit ausholenden Klangflächen nach vorne holt. Eine stoisch eingeklopfte Tom-Tom, der tickende Wecker oder die mal treibende, mal stagnierende Bassdrum setzen dem Future-Dub-Charakter der Delay’schen Flächen aber etwas entgegen, das nach Mensch klingt. Oder nach einer Maschine, die ihre programmierte Aufgabe vergessen hat und deswegen macht, was sie will. „Whistleblower“ wirkt nicht digital, sondern archaisch – natürlich ist automatisch Kino im Spiel. Ein breiter Strom mit viel störrischem, bollerndem Treibholz drin könnte da beispielsweise zu sehen sein, in der Überblende eine Autobombe oder das Chaos in der Wall Street – was immer die spontane Imagination eben so hergibt. Logisch, dass Vladislav Delay das Gegenteil von Hintergrundbeschallung fordert: Für ihn ist Musik ein Mittel, mit der Welt in Kontakt zu treten, die Gegenwart zu sehen und ihren Zustand zu erkunden. Individuelle Maßnahmen ergreifen angesichts der Sachlage, und sei es nur in Form einer Bassdrum, die irritiert. Ein abstrakter Gedanke, aber er ist so was von wichtig, in Sachen Musik.