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B-Seiten

Verstärker

Puh, die Selbstbetrachtung der Postnoiserocker wirkt ganz schön überfrachtet: "Die meist melancholische Stimmung der Lieder spiegelt sich nicht nur im Wettstreit zwischen Melodie und Geräusch, sondern auch im Versuch der Songstrukturzersetzung und der Klangkonstruktion wider. Solche Ambivalenzen un
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Puh, die Selbstbetrachtung der Postnoiserocker wirkt ganz schön überfrachtet: "Die meist melancholische Stimmung der Lieder spiegelt sich nicht nur im Wettstreit zwischen Melodie und Geräusch, sondern auch im Versuch der Songstrukturzersetzung und der Klangkonstruktion wider. Solche Ambivalenzen und das Streben, diese im Spannungsfeld von Atmosphäre und Dynamik zu verorten, sind elementare Bestandteile des Konzepts von Verstärker." Im wirklichen Leben meint das: Es gibt ein Leben jenseits von 3.30-min-Pophymnen. Das Quintett, im vergangenen Jahr "Münchner Act des Jahres", jagt in manchmal zehnminütigen Soundskizzen die Effektboards hoch und runter. Im hallig-delayten Ambient-Kontext werden dabei kleine Gitarren-Patterns entwickelt und anschließend zu recht variablen Rhythmen Mantra'esk mitgeschleift. Sänger Roberto Cruccolini zitiert derweil Texte von u. a. Theodor Storm und Else Lasker-Schüler. Melodie und Dynamik bleiben bei all der Kopfarbeit leider weitgehend auf der Strecke, unterliegen dem Geräusch und der mühevoll zusammengebauten Atmosphäre. Etwas mehr Herz würde hier sicher mehr bewegen.