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Streben nach Perfektion

Urlaub In Polen

Warum man überhaupt Musik macht? Wieso man sich von Platte zu Platte abarbeitet? “Das Streben nach Perfektion”, sei es, sagt Philipp Janzen. Er hält kurz inne. Um sich seiner Gedanken zu vergewissern. Und sich mit der Tragweite seines inneren Motors anzufreunden. “Ja, ziemlich sicher eigentlich ...”
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Warum man überhaupt Musik macht? Wieso man sich von Platte zu Platte abarbeitet? “Das Streben nach Perfektion”, sei es, sagt Philipp Janzen. Er hält kurz inne. Um sich seiner Gedanken zu vergewissern. Und sich mit der Tragweite seines inneren Motors anzufreunden. “Ja, ziemlich sicher eigentlich ...” Gemeinsam mit seinem Partner Georg Brenner entwirft er auf dem nunmehr auch schon dritten Album, mit dem sie zum befreundeten Label Tomlab gewechselt sind, die bestmögliche Form des Schmelztiegels Urlaub In Polen. Das Kölner Duo dampft experimentalnoisekrautrockige und elektronische Fragmente auf Popsongformat ein, ohne dabei dem unbändigen Spielwitz vor den Kopf zu stoßen. Brenner hat für “Health & Welfare” den Gesang entdeckt, lässt seiner Stimme freien Lauf, zwingt sie nicht durchs Effektboard. Er lässt Melodien passieren, lässt ihnen mitunter gar den Vortritt. Zum Glück. So sonort er sich lässig durch den abgehangen-bluesigen Opener “Wanderlust”, der im Finale einen Gospel-Chor aus dem Hut zaubert. Mit kindlicher Freude zitiert er an anderer Stelle Lyrics aus “einem der zehn schlechtesten Songs der Musikgeschichte”. Und verleiht ihnen durch die Einbettung in den neuen Kontext Relevanz, eine ganz neue Dringlichkeit. Ein Hoch auf nie gekannte Produktionsmöglichkeiten. “Muss man eine Platte in zwei Wochen aufnehmen, hat man keine Zeit für solche Spielereien”, weiß Janzen. “Insgesamt haben wir – mit vielen Unterbrechungen – diesmal etwa anderthalb Jahre an dem Album gearbeitet.” Zeit, die Brenner und Janzen mitunter stehlen müssen. Ken und Von Spar, ihre anderen musikalischen Baustellen, wollen schließlich auch zu ihrem Recht kommen.