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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Kinder-CD beinhart-unbestechlich durch Kinder getestet!

»Unter meinem Bett«

Wie einen Sampler besprechen, auf dem Pop-Songwriter von Begemann bis PeterLicht für die Kleinen texten? Na, einfach die Zielgruppe selbst ran lassen. 
Geschrieben am
Merle ist fünf Jahre alt, ihre Schwester Luana neun. Beide wurden durch ihren Vater Carsten Schumacher auf ein Leben im Pop vorbereitet. Sie wissen, warum man die Fahrradfahrer von Freiburg gemeinhin nicht mag, dass man kaputt macht, was einen kaputt macht und weshalb man die Beine in die Hand nehmen sollte, wenn die Erwachsenen etwas von »Ritalin« und »Medikinet« faseln. Im Gegenzug war ihre Kindheit (zumindest zu Hause) völlig frei von Musik, die Erwachsene speziell für Kinder machen. Kein Zuckowski, Jöcker und solche Typen, dafür auch nur Mix-CDs mit Liedern, deren Texte man versteht (sorry, Sleaford Mods!) – so lautet der Deal zwischen Vater und Töchtern. Aber jetzt dringt eine Mix-CD von außen in dieses unberührte Idyll, auf der Pop-Songwriter von Begemann bis PeterLicht gezielt für Kinder getextet haben. Wie damit umgehen? Soll die Zielgruppe doch selber ran! Merle und Luana nehmen sich jeden einzelnen Song vor und sagen direkt, was sie davon halten. 
1. Francesco Wilking / Moritz Krämer: »Der Tee von Eugenia«
Merle: Ich finde das Lied schön!
Luana: Ich mag, wenn in einem Lied eine Geschichte erzählt wird. Es geht dauernd um was anderes, aber der Tee ist immer dabei. Manchmal heißt ein Lied ja nach etwas, das nur einmal kurz vorkommt, aber hier kommt es immer wieder, das ist gut.


2. Gisbert Zu Knyphausen: »Immer muss ich alles sollen«
Merle: Ich finde das Lied schön!
Luana: Er erzählt was, was ihm als Kind passiert ist. Nicht so wie bei der Fee... Es gibt ja keine Feen. Und er erklärt, was er nicht will oder was seine Eltern wollen, aber er nicht. Und zu sagen, was man will oder nicht ist ja schon gut. Was ich nicht ganz verstehe: Warum textet man das für ein Lied...? Aber man kann die Instrumente im Hintergrund hören, da war ein Klavier, eine Trommel und so.


3. 
Bernd Begemann: »Den ganzen Sommer lang«

Merle: Ich finde das Lied schön!
Luana: Vorher waren es eher Geschichten und diesmal ist es über eine Jahreszeit, das finde ich gut. Und es geht nicht darum, was einen stört, sondern was einem Spaß macht. Ich fand’s toll, dass nicht Bernd selber gesungen hat, sondern dass er jemanden (seine Tochter?) mit einbezogen hat. Aus meiner Sicht finde ich das, was er sonst macht, besser. Aber das hier ist ja für Kinder und vielleicht liegt’s daran, dass ich das andere eher gewohnt bin. Ich fand’s aber trotzdem toll.


4. 
Desiree Klaeukens: »Große Pause«

Merle: Ich finde das Lied schön!
Luana: Das ist ein Lied über Urlaub, aber wieder sowas, was man echt auch erlebt, nur eben sehr ausgeschmückt. Was ich aber komisch finde: In diesem Lied ist das so formuliert, als ob das lange geht, aber was da erklärt wird, ist gar nicht so viel. Also warum ist es die GROSSE Pause, wenn doch nur so wenig passiert? Trotzdem ist es gut erklärt, wie der Urlaub so ist.


5. 
Pohlmann: »Maulwurf«

Merle: Ich finde das Lied schön!
Luana: Ein Lied über Tiere, sowas ist schon gut. Da wollen Tiere mehr entdecken als das, was sie kennen. Der Maulwurf will runter und der Fisch nach oben. Und der Maulwurf ist sehr erstaunt, was er sieht. Er baut sich ein U-Boot, weil er nicht schwimmen kann. Er will was lernen, was der Fisch kann und der Fisch will, was der Maulwurf kann. Und sie finden raus, dass sie das gleiche wollen, nämlich mehr als das, was sie schon entdeckt haben.


6. 
PeterLicht: »Gegenteiltag«
Merle: Ich finde das Lied schön!
Luana: Das finde ich lustig. Bei den anderen Liedern ging’s eher um so normale Sachen, die man schon eher aus Liedern kennt, aber ich kenne kein Lied über den Gegenteiltag. Und der Elefant, der einem Floh im Haar sitzt, sowas ist schon richtig lustig und ich kann mir vorstellen, dass das viele mögen. Jetzt im Vergleich zu seinen anderen Liedern merkt man schon, dass das hier für Kinder ist, aber es ist so lustig, dass es auch Erwachsene hören können.


7. 
Olli Schulz: »Theme from Kommissar Ärmchen«

Merle: Ich finde das Lied schön!
Luana: Ich hab mir mal den Text ohne das Lied durchgelesen und hinterher gemerkt, dass hier die Musik viel ausmacht. Die macht nämlich, dass es sich nach ’nem Kommissar, also spannend, anhört und nicht etwa nach einem Clown oder so. Und beides zusammen ergibt absolut Sinn. Ich mag es außerdem, wie sich das alles reimt.


8. 
Jan Plewka: »Der grimmige alte Mann«

Merle: Das Lied ist schön, aber es geht um einen grimmigen alten Mann, der keine Frau hat.
Luana: Naja, man weiß nicht, ob ihm eine Frau fehlt, man glaubt es nur.
Toll ist: Man hört bei dem Lied im Hintergrund nicht nur den Kinderchor, sondern auch ne Menge anderer Geräusche. Aber was ich nicht verstehe: Bisher ging es um was Schönes oder um Sachen, über die man sich beschwert, aber warum geht es hier um einen grimmigen alten Mann?


9. 
Käptn Peng: »Der Habicht und der Hahn«

Luana: Es geht um das Gute und das Böse, Feinde irgendwie und die haben gemerkt, dass sie eigentlich so verschieden, dass sie Freunde sind, aber das kapiert niemand.
Merle: ...und es geht um einen Bauernhof!
Luana: Oh, Merle!
Aber ich versteh das nicht mit dem Zusammenschmelzen, das kann ein Mensch doch gar nicht. Die beiden sollen wohl nicht zusammen sein. Es ist eigentlich auch so wie bei den Schwulen. Früher war Schwulsein ja was ganz Gefährliches. Und in dem Lied merken sie ja auch, dass sie sich lieb haben. ...nur das Zusammenschmelzen würde dazu irgendwie nicht passen...


10. 
Clickclickdecker / Die Barneramas: »Ich häng irgendwo dazwischen«

Luana: Ich versteh das Lied nicht.
Merle: Ich auch nicht. Da geht es immer »ba-ba-bab-baba!«
Luana: Oh, Merle! Also dieser Text. »Ich häng irgendwo dazwischen«, da denkt man immer, er würde Fragen stellen die ganze Zeit und dann sagt er, er hinge dazwischen. Zwischen den Fragen oder zwischen den Antworten? Also mir gefällts schon, er singt auch sehr im Rhythmus und dieses bababababa oder wie das heißt, passt auch dazu.
Merle: Aber es ist sehr viel schon.
Luana: Sie meint, was du schreibst, Papa.
Merle: Nein, nicht was er schreibt, ich meine das babababa!


11. 
Moritz Krämer / Francesco Wilking: »Weil ich groß bin«

Merle: Schön, aber weißt du, wieso macht er seinen Namen in ein Lied?
Luana: Aber er heißt ja gar nicht Paul, Merle, er heißt entweder Moritz oder Frank Esko, äh, Francesco oder so. Also er sagt »Ich hab nen roten Mund, seit ich andere küssen kann, weil ich groß bin« – er versucht da die ganze Zeit Sachen einzubauen, die mit »weil ich groß bin« zusammenpassen. Ich glaub, es geht da sehr viel um’s Großsein. Aber was er damit sagen will, versteh ich auch nicht. ...find’s aber toll. Können wir jetzt weitermachen?


12. 
Wolfgang Müller: »Lied  den Wölfen«

Luana: Also ich find’s lustig, dass er sowas singt, denn er heißt ja selbst Wolfgang und er singt über seine Freunde, die die besten Wölfe auf der Welt sind. Ich weiß jetzt aber nicht, ob damit jetzt echte Wölfe gemeint sind oder nicht. Ich mag das Lied schon, aber ich weiß nicht, ob er damit irgendwas raussetzen, ob er irgendwas zeigen will, ob er eine Geschichte erzählen will oder ob er einfach nur ein Lied hat, wo kein großer Sinn hinter steckt.
Merle: Er singt die ganze Zeit über Wölfe und singt »jeder für sich kleiner Held«, ....aber Wölfe sind doch groß?!


13. 
Nils Koppruch: »Unter meinem Bett«

Luana: Sehr kurz!
Merle: Er erzählt irgendwas über sein Bett, aber auch über seine Unordnung, die unter seinem Bett ist.
Luana: Die Musik hört sich irgendwie nach Westernmusik oder so, also im Gegensatz zu den anderen anders an. Und man hört auch, dass es ihm irgendwie egal ist, was unter seinem Bett ist, was mit den Sachen passiert und so. Ich finds toll, kann das jetzt aber auch nicht begründen, denn es ist ja immer noch nur ein Bett, unter dem sich Müll sammelt. 

Various Artists

Unter meinem Bett

Release: 16.10.2015

℗ 2015 Oetinger Media GmbH, Hamburg