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Dimmu Borgir brauchen nen Waffenschein

Unser Mann im Armageddon

Dienstag Abend, Live Music Hall, Köln. Scheppernde Drums, pfeilschnelle Stakkatoriffs, bohrende Bassläufe torpedieren das Gehör, Bassdrums akupunktieren das Trommelfell. "Entschuldigung" brüllt mir ein nett aussehender, Dimmu Borgir-T-Shirt tragender Mensch mit langen Haaren ins Gesicht. Fast wäre
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Dienstag Abend, Live Music Hall, Köln. Scheppernde Drums, pfeilschnelle Stakkatoriffs, bohrende Bassläufe torpedieren das Gehör, Bassdrums akupunktieren das Trommelfell. "Entschuldigung" brüllt mir ein nett aussehender, Dimmu Borgir-T-Shirt tragender Mensch mit langen Haaren ins Gesicht. Fast wäre mein Bier zu Boden gefallen, als er seinen Körper an meinem reibt, um nach vorne ins Zentrum des Gedränges zu gelangen. Dort lässt man sich just in diesem Moment mit dem Opener des neuen orchestralen Albums Death Cult Armageddon beschallen. Noch mal zur Theke? Nein danke, denn Bewegung ist Luxus. Das bekommt auch meine Begleitung zu spüren, dessen Vordermann sich die Seele aus dem Leib bangt.

Die Live Music Hall ist voll bis auf den letzten Platz! Und das ist gut so. Der kollektive Höllenritt hat begonnen und beschleunigt das Tempo mit jedem Song. Die skandinavischen Chartstürmer verstehen ihr Geschäft und picken die Perlen aus neun Jahren Black Metal Pionierarbeit, zumindest, man verzeihe mir den Ausdruck, auf kommerzieller Ebene. Macht aber nichts, denn musikalisch machen den Norwegern nur wenige der Genrepuristen was vor. Das wird honoriert. So streckt man die Fäuste in die Höhe und huldigt überhaupt recht ungeniert dem rüden Metal-Gestus.

Unterhaltsames gab es auch zuvor: Northern und Hypocrisy durften den Anheizerjob erledigen, wobei sich insbesondere Hypocrisy als echte Lieblinge der schwarzen Zunft erwiesen. Tonnenschwere Riffs und eingängige Rhythmen sorgten auch hier für fliegende Haare und Schweißgeruch.